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Luftbild, Quelle Google

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Kurt-Schumacher-Brücke zwischen Mannheim und Ludwigshafen

Die 1972 fertig gestellte Kurt-Schumacher-Brücke ist die zweite direkte Verbindung zwischen Mannheim und Ludwigshafen. Vor allem vom Fuß- und Radweg der Bücke aus hat man teilweise spektakulär Blicke auf die Brückenkonstruktion sowie auf den Mannheimer und Ludwigshafener Hafen und die umgebenden Industrie- und Gewerbeanlagen.

Sie liegt in einem Bogen über dem Mannheimer Handelshafen und wird in Ludwigshafen als Hochstraße weitergeführt. Insgesamt hat sie eine Länge von etwa 1,5 Kilometern. An mehreren Stellen kann man sie über Treppen ersteigen oder die Seite wechseln. Sie überquert als Brücke drei Wasserwege:
• den Verbindungskanal (Länge 296 Meter)
• den Mühlauhafen (Länge 287 Meter)
• und den Rhein (Länge 433 Meter)
An beiden Seiten gibt es große Auffahrtkreuze. Die Brücke hat je zwei Fahrbahnen in beide Richtungen (Bundesstraße 44), zwei Gleiskörper für die Straßenbahn in der Mitte und recht und links einen breiten Rad- und Fußweg, der teilweise lärmgeschützt unterhalb der Fahrbahnhöhe geführt wird. Die Brücke ist zwischen 34 und 52 Metern breit. Auf der Mannheimer Seite gibt es zwei blinde Anschlussstellen für eventuell zukünftig planbare Abfahrten in den Hafen.

Die Brücken über den Verbindungskanal und den Mühlauhafen sind Spannbetonbrücken. Die Strombrücke über den Rhein ist aus Stahl (288 Meter) und an Schrägseilen an einem Pylonen aufgehängt, der auf der Mannheimer Rheinseite 30 Meter vom Ufer entfernt steht. Der Pylon besteht aus zwei Stahlbetonpfeilern, die sich an der Mitte treffen. Er erhebt sich 71, 5 Metern über die Brückendecke und steht auf einem gummiartigen Kissen (Auflage je Pfeiler 3.60 x 2,40m) beweglich auf dem Uferpfeiler, der 25 Meter tief eingegraben ist. Tatsächlich spürt man auf der Brücke die ständige leichte Bewegung.

Das Schrägkabelsystem aus Paralleldrahtbündeln war zur Bauzeit die neuste Entwicklung. In Richtung Ludwigshafen sind des drei, nach Mannheim hin zwei Stränge, wobei diese jeweils aus einer größeren Anzahl von Paralleldrahtbündeln von 90 bis 210 Metern bestehen. Jedes einzelne Bündel setzt sich wiederum aus 295 Einzeldrähten von jeweils 7 mm Stärke zusammen.
Diese Paralleldrahtbündel erhielten in den 1990er Jahren einen speziellen Korrosionsschutz durch eine Ummantelung aus rostfreiem Edelmetall, in dem eine ständige Spülung der Drähte mit trockenem Stickstoff stattfindet. Optischer Nebeneffekt ist ein auffallender, heller Glanz der Seilkonstruktion.

Nutzung (ursprünglich)

Brücke für Straßenverkehr, öffentlichen Nahverkehr, Rad- und Fußweg

Nutzung (derzeit)

Brücke für Straßenverkehr, öffentlichen Nahverkehr, Rad- und Fußweg

Geschichte

Bereits in den 30er Jahren bestanden Pläne für eine zweite Brücke über den Rhein, die jedoch kriegsbedingt nicht mehr zur Ausführung kamen. Nach dem Wiederaufbau der ersten Rheinbrücke im Jahr 1959 (heutige Konrad-Adenauer-Brücke) plante man 1969 eine neue Querung.
Die erste, im 2. Weltkrieg zerstörte Brücke war ursprünglich 1868 fertig gestellt worden.
Die neue Brücke wurde am 28. Juni 1972 vom damaligen Verkehrsminister Georg Leber eingeweiht. Die Baukosten betrugen insgesamt etwa 130 Millionen DM, die sich Bund und die beiden Länder Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mit den beiden Kommunen teilten.
1986 fand man schadhafte Stellen an den Drahtseilen, was zu einer Sanierung und Kosten von 12 Mio DM führte.

Erbauer

Generalunternehmer Hein, Lehmann AG, , Grün & Bilfinger AG, Eduard Züblin AG, Sanierung 1986 Bilfinger & Berger Vorspanntechnik GmbH

Architekt

Planung Tiefbauamt Mannheim, unter Mitwirkung von Ingenieurbüro Fritz Leonhardt und Wolfhart Andrae, sowie Friedrich Tamms und Wilhelm Tiedje und das Mannheimer Büro Lange, Mitzlaff, Böhm und Müller

Bauzeit / Umbauten

1969 bis 1972

Quellen

Mannheim und seine Bauten 1907 . 2007 Band 4, Mannheim 2004, hier sind die technischen Details sehr ausführlich beschrieben.

Autor/in

Barbara Ritter

Adresse

Kurt-Schumacher Brücke 
 Mannheim, Ludwigshafen

Stadt / Landkreis

Zufahrt

Nächste VRN-Haltestelle: Mannheim, Rheinstraße
VRN-Haltestellen-Plan:efa9.vrn.de
VRN-Linien-Netzplan:www.vrn.de

Öffnungszeiten

Immer zugänglich, Rad- und Fußweg sind zusätzlich über mehrere Treppen erreichbar.

Denkmalgeschützt ?

Nein

Barrierefrei ?

Teilweise