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Ansicht vom Industriehafen





Brillux im Industriehafen Mannheim

Direkt am Fuß der Diffené-Brücke liegt das weiß getünchte Anwesen der Firma Brillux. Der Schriftzug zur Straße und zum Wasser ist nicht zu übersehen. Die Häuser, die im rechten Winkel zueinander stehen, wirken aufgrund ihrer Walmdächer und Rundbogenfenster würdevoll und fast sakral, jedenfalls sehen sie völlig anders als die benachbarten Industriebauten am Hafen. Die Fenster sind graublau umrandet, unter dem Verputz sind die Backsteine noch gut zu erkennen, an den Rändern sind die Fassaden mit Lisenen betont.
Besonders fällt der getreppte Schmuck-Giebel zur Straßenseite ins Auge, denn diese architektonische Raffinesse ist in Mannheim nicht häufig zu finden.
Der große Bau entlang der Wasserseite weist eine Reihe von kleineren Rundbogenfenstern im ersten Obergeschoß auf. Die Dachkonstruktion mit den aufgesetzten Oberlichtern ist schon auf ganz frühen historischen Fotos zu erkennen.
Vor der Einfahrt zum Hof muss die Eisenbahnlinie überquert werden, die noch heute benutzt wird. Von hier aus kann man sehen, dass im Vergleich zur Straße die Bahnbrücke tiefer liegt. Ein zweites Gleisbett der ehemaligen Hafenbahn umgrenzt das Grundstück praktisch zu einer dreieckigen Insel.
Im Hof dominiert ein drei Stockwerke hoher Neubau. Auf historischen Fotos sind an dieser Stelle nur flache Werkstätten auszumachen..
Die Firma Blillux – der Vertrieb eines Farbenherstellers aus Münster – ist seit über 25 Jahren hier ansässig. Vorher war hier ebenfalls eine Firma für Farben- und Lacke tätig sowie die Malereinkaufsgenossenschaft. Aufgebaut wurde das Anwesen jedoch als Ölraffinerie für Tafelöle und als Palmbutterfabrik.

Nutzung (ursprünglich)

Pflanzenbutterfabrik und Tafelöl-Raffinerie

Nutzung (derzeit)

Verkaufsfläche und Lager der Farbenfirma Brillux und deren Mieter

Geschichte

1906 ist laut Adressbücher der Stadt Mannheim noch kein Gebäude angesiedelt, es gibt noch nicht einmal die Diffene-Straße als Adresse.
1907 wird in der Festschrift zur Einweihung des Industriehafens die Firma von „A. Kaufmann Söhne, Pflanzenbutterfabrik und Öl-Raffinerie“ erwähnt, die am Ende des Hafens den Bauplatz von 6453 qm Fläche erworben hat.
1908 findet man unter der Adresse Diffené-Straße 11-13: „A. Kaufmann Söhne, Furchtinfabik“.„Fruchtin“ ist eine alte, heute nicht mehr geläufige Bezeichnung für Kokosfett. „Fruchtin“ steht in großen Lettern auch auf dem Fabrikschornstein, der mitten im Hof stand.
Der Führer durch die Industrie- und Hafenanlagen von Mannheim von 1909 führt A. Kaufmann Söhne als „Pflanzenbutterfabrik und Öl-Raffinerie“.

In eigenen Darstellungen auf Briefköpfen preist sich die Firma „das älteste und bedeutendste Spezialhaus feinster Tafelöle“ an, das auf 10 Goldmedaillen stolz sein kann: „Berlin, London. Paris, Brüssel, Wiesbaden, Düsseldorf, Stuttgart“. Das „vegetabil. Fruchtin“ wird als „vollkommenster Butterersatz“ vermarktet.
Die Briefköpfe zeigen keine Firmenansicht, aus frühen Fotos der Diffené-Brücke ist jedoch zu erkennen, dass der gesamte Gebäudekomplex schon sehr früh genau in der Weise gebaut wurde, wie er heute noch steht.

Die Firma übersteht den ersten Weltkrieg. 1921 ist A. Kaufmann Ölfabrik in den Adressbüchern vermerkt, jedoch sind 1929 Berthold Kaufmann und die Witwe J. Kaufmann nur noch als Besitzer des Anwesens eingetragen. Angesiedelt ist „Mabeg Asphalt und Betongesellschaft“ mit einem Lagerplatz, die sich offenbar nur kurz dort hält.
Ab 1938 gehört das Grundstück der Firma Güntoplast, Lack- und Farbenfabrik GmbH und der Malereinkaufsgenossenschaft bis im Jahr 1985 die Firma Brillux & König das Gebäude kauft.
Brillux benutzt nicht alle Räumlichkeiten selbst, sondern vermietet an unterschiedliche Unternehmen weiter.

Die Firma Brillux blickt selbst auf eine lange Firmengeschichte zurück: sie wurde 1889 in Münster als „Hobrecker & König“ - ein Farben und Malerzubehör-Handel - gegründet. Erst 1948 nahm sie die eigene Produktion von Lack- und Dispersionsfarben auf. Heute befindet sich Brillux in vierter Generation im Besitz der Familie König. In Mannheim werden die Eigenprodukte (nur) an Maler und Handwerker verkauft.

Eigentümer

Brillux

Erbauer

A- Kaufmann Söhne

Bauzeit / Umbauten

1907

Quellen

Dr. Sigmund Schott, Der Industriehafen zu Mannheim 1907
Adressbücher der Stadt Mannheim
Führer durch die Industrie- u. Hafenanlagen von Mannheim, Rheinau und Ludwigshafen; hrsg. von der „Rhein“- Verlags-Gesellschaft m.b.H., Duisburg-Ruhrort, 1909

Autor/in

Barbara Ritter / Hilde Seibert

Adresse

Diffenèstraße 11-13
68169 Mannheim

Stadt / Landkreis

Mannheim

Zufahrt

Nächste VRN-Haltestelle: Friesenheimer Insel, Bastion
VRN-Haltestellen-Plan:efa9.vrn.de
VRN-Linien-Netzplan:www.vrn.de

Weblinks

www.brillux.de

Kontakt

Fon: 0621 32270-0
Fax: 0621 3227015

Öffnungszeiten

Sommerzeit (01.04. - 31.10.)
Montag - Donnerstag: 6:30 - 16:30 Uhr
Freitag: 6:30 - 15:30 Uhr
Samstag: 7:00 - 10:00 Uhr
Winterzeit (01.11. - 31.03.)
Montag - Donnerstag: 7:00 - 16:30 Uhr
Freitag: 7:00 - 15:30 Uhr

Denkmalgeschützt ?

Nein

Barrierefrei ?

Nein