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Altes Firmenlogo VDOM (Verein deutscher Oelfabriken Mannheim)





Ölmühle Bunge - Verein Deutscher Ölfabriken Mannheim (VDO)

Die Ölmühle - gegründet Ende des 19. Jahrhunderts - besteht heute aus zwei Werksteilen, beide auf der Friesenheimer Insel:
'VDO' zwischen Bonadiesstraße und Kammerschleuse und ehemalige 'Estol' in der Rheinrottstraße.
Die 'VDO' besteht neben historischen Gebäuden der Gründerjahre überwiegend aus neuen, hochmodernen Werksteilen.
Die Siloanlage in kubischem Backsteinbau und das Lagerhaus am westlichen Seitenbecken des Hafens wurden 1928 von einem Großbrand völlig zerstört, ein Jahr später waren neue Gebäude wieder aufgebaut.
Diese Anlage gilt nicht nur als bedeutendes Zeugnis industrieller Architektur zwischen den Weltkriegen sondern war 1929 die größte Saatölmühle Europas.
2010 wurde das schöne historische Backsteingebäude, in dem sich die Ölpresse befand, durch einen Brand inwendig zerstört. Eine neue Presse wurde auf dem Grund des alten Kesselhauses am Bonadies-Kai gegenüber dem alten Speicherhaus 2011 errichtet.
Von der Kammerschleuseaber noch besser von der Wasserseite können die alten Gebäude gut betrachtet werden.
Das am Inselhafen gelegene 'Rhenania' - Speicherhaus (heute Wincanton) ist durch eine Förderbücke mit der Ölmühle verbunden und dient seit Jahrzehnten als Lager für Saatgut.

Nutzung (ursprünglich)

Ölmühle, Herstellung von Speiseölen und Tiernahrung

Nutzung (derzeit)

Ölmühle, Herstellung von Speiseölen, Margarine und Tiernahrung und Ölen für Biodiesel

Geschichte

Am 30.06.1887 wurde in Mannheim die Aktiengesellschaft 'Verein deutscher Oelfabriken' (VDO) durch Fusion von 6 Ölfabriken gegründet, die mit einer Ausnahme aus dem süddeutschen Raum kamen:
Ölfabrik in Mauer von P.J. Landfried / Heidelberg (siehewww.rhein-neckar-industriekultur.de ),
Peter Müller & Söhne / Mannheim,
AG Engelmühle Hattersheim,
Philipp Lamparter / Eßlingen,
Duisburger Oelfabrik und
Mannheimer Oelfabrik, Mannheim und Obertürkheim/b. Stuttgart

Damit wurden kleine, weniger günstige Ölmühlen stillgelegt und deren Produktion nach Mannheim verlagert.
Hauptsitz und Fabrikanlagen befanden sich in Mannheim auf dem Lindenhof, Meerfeldstr.1, etliche Lagerhäuser im Hafengebiet.
Der Standort auf der Friesenheimer Insel wurde 1904 erworben, 1905 begannen die Bauarbeiten am Bonadieskai.

1920 Übernahme durch Unilever
1990 Erwerb durch den französisch-italienischen Konzern Eridiana Béghin-Say;
2002 Übernahme des Estol - Werksgeländes von Unilever sowie eines Teils der Abfüllung
Übernahme durch amerikanische Bunge-Gruppe. Seit 2006 Aufbau einer Biodiesel-
fabrik Bio Fuel direkt gegenüber.

Speiseöl gewann um die vorletzte Jahrhundertwende enorme Bedeutung durch die Industrualisierung mit einhergehendem Bevölkerungswachstum und einer kalorienreicheren Ernährung.
Anfang des 20. Jahrhunderts gab es nach zeitgenössischen Darstellungen ca. 600 Menschen in der Ölfabrik.
Technisierung und Produktivitätsfortschritte insbesondere nach dem II. Weltkrieg reduzierten die Beschäftigung drastisch: Gab es in den 60er-Jahren noch über 500 Mitabeiter nur im alten VDO-Werk, so sind heute in beiden Werksteilen um 200 Menschen beschäftigt.

Eigentümer

Bunge Deutschland GmbH

Architekt

Stadtbaurat Gustav Uhlmann (www.rhein-neckar-industriekultur.de

Bauzeit / Umbauten

1905-1907 am heutigen Standort. Das am westlichen Seitenbecken des Hafens liegende Lagerhaus wurde 1928 durch einen Großbrand zerstört und 1929 wieder aufgebaut.1948 erneuter Wiederaufbau der zerstörten und beschädigten Betriebsabteilungen.

Quellen

- Schrift von Wilhelm Landfried sen. zum 100jährigen Firmenjubiläum, Heidelberg, 31.12.1910
Unterlagen des Unternehmens
- Führer durch die Industrie- u. Hafenanlagen von Mannheim, Rheinau und udwigshafen; Hrsg. von der „Rhein“- Verlags-Gesellschaft m.b.H., Duisburg-Ruhrort, 1909
- Hanspeter Rings, Mannheim auf Kurs, 2003 - Hrsg. Stadtarchiv Mannheim
- Stadtarchiv Mannheim und Mannheimer Architektur- und Bauarchiv e.V., Mannheim und seine Bauten 1907-2007, Bd. 4, Andreas Schenk, Bauten für Verkehr, Industrie, Gesundheit und Sport, 2004, S. 66

Autor/in

Hilde Seibert

Adresse

Bonadiesstr. 3-5
68169 Mannheim

Stadt / Landkreis

Mannheim

Zufahrt

Aus der City kommend über die Jungbuschbücke in die Helmholtzstraße einbiegen, weiter auf die Inselstraße der Friesenheimer Insel fahren. Die Ölmühle liegt nahe der Kammerschleuse, am Bonadies- bzw. Kaiser-Wilhelm-Hafen. Zufahrt über die Bonadiesstraße.

Nächste VRN-Haltestelle: Mannheim, Bonadiesstr.
VRN-Haltestellen-Plan:efa9.vrn.de
VRN-Linien-Netzplan:www.vrn.de

Weblinks

www.bunge-deutschland.de

Kontakt

Fon: 0621 - 3704 0

Denkmalgeschützt ?

Nein

Barrierefrei ?

Nein