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Namenszug

Namenszug auf der Fassade





Gesangbuchfabrik J. Schäffer, Grünstadt

Das kompakte, vier Stockwerke hohe Jugendstil-Ensemble beherbergte bis vor kurzem eine Großbuchbinderei. Auffallend sind vor allem die in den Putz eingearbeiteten Bauzierden.
Die schmale, im obersten Geschoß abgewalmte Giebelseite mit dem Eingangsvorbau ist von Bäumen und Gebüsch verstellt. Die durch ein Zwerchhaus, (ein zwei Stockwerke umfassender quergestellter Giebel) asymmetrisch zweigeteilte Längsseite hat 50 interessant gegliederte Fenster. Ihre Größe lassen erahnen, wie Licht durchflutet die Produktionsräume gewesen sind, die sich auf vier mal 700 Quadratmetern erstreckten.
Die lange Fassade wirkt ausgesprochen geschlossen, sie hat auch keinen Zugang zur Saarlandstraße. Ornamente im ergrauten Putz und die Gliedung der Fenster lassen die wuchtige Fassade dennoch leicht wirken. Ganz besonders auffällig ist der Bauschmuck um und unter dem ca. 5 Meter breiten Firmenschriftzug, der ganz ungewöhnlich rechts auf Erdgeschosshöhe angebracht ist. Der Schriftzug wiederholt sich auch auf der schmalen Giebelseite (allerdings verdeckt durch Bäume).

Die Zufahrt für Lieferverkehr erfolgte durch den Hof, der in einen parkartigen verwilderten Garten übergeht. Auch hier ist die Fassade mit Fenstern und Giebel gegliedert. Ein zweites Gliederungselement ist hier das Treppenhaus, das unten in die überdachte Ladezone übergeht und oben einen eigenen Giebel aubildet. In einen großen Sandstein neben dem Lieferanteneingang istauf Augenhöhe "Erbaut 1912" gemeiselt.

Gut sichtbar ist von der Straßenkreuzung das Biberschwanz gedeckte Mansardendach mit seinen zwei breiten Schleppgauben (je 7 Fenster) im 2. Obergeschoß und den sehr flachen Fledermausgauben obersten Stockwerk.
Weitere originale Details wie die kantigen Dachrinnen und Fallrohre, die mit gusseisernen floral gebildeten Schellen befestigte sind, fallen auf. Die Unterseiten der Traufen sind ebenfalls mit Ornamenten versehen.

Im innern ist die damals höchst moderne Eisenbeton-Konstruktion sichtbar. Die Räume sind funktional und ohne weiteren Bauschmuck, mit Ausnahme der Treppe. Ihre Stufen reichen durch das gemauerte, mit geschungenen Stahlbändern versehene Geländer hindurch. Die Metall-Sprossenfenster sind doppelt verglast, außen mit Kathedralglas. Auffaljend sind die original erhaltenen Heizungen in den unterschiedliche groß geschnittenen Räumen

Nutzung (ursprünglich)

Großbuchbinderei

Nutzung (derzeit)

Leer stehend, wird gelegentlich als Ausstellungsort durch den Kulturverein Grünstadt genutzt

Geschichte

Gründung des Unternehmens 1865
Schnelle Vergrößerung des Betriebs auf ca 100 Beschäftigte, Bau der damals sehr modernen Fabrik 1912.
Es wurden au0er Gesangbüchern auch wissnschaftliche BÜcher hergestellt.
Schließung der Buchbinderei 2006

Eigentümer

Dr. P. Decker

Erbauer

J. Schäffer

Bauzeit / Umbauten

1912

Autor/in

Barbara Ritter

Adresse

Sausenheimer Str. 27
67269 Grünstadt

Stadt / Landkreis

Zufahrt

Nächste VRN-Haltestelle:
Grünstadt, Sausenheimer Straße, Linie 453, 454, 457
VRN-Haltestellen-Plan:efa9.vrn.de
VRN-Linien-Netzplan:www.vrn.de

Weblinks

Veranstalter einer Fotoausstellung in der alten Fabrik:
www.kulturverein-gruenstadt.de

Kontakt

Telefon: (06359) 96950
Fax: (06359) 969510

Öffnungszeiten

von außen sichtbar

Denkmalgeschützt ?

Ja

Barrierefrei ?

Nein