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Huber Mühle





Huber Mühle
110 Jahre schon wird am Standort der Huber Mühle in der Industriestraße/ Ecke Pyramidenstraße am Rande des Kaiser-Wilhelm-Beckens Getreide bearbeitet: Erst Malz, Mais und Graupen, dann Mehl und seit etwa 50 Jahren Reis und Hülsenfrüchte.
Um die Wende des vorletzten Jahrhunderts siedelten sich im Umkreis des Industriehafens neben den großen Mehlmühlen viele Lebensmittel be- und verarbeitende Industriebetriebe wie Malz-, Reis- und Schälmühlen, Kafferöstereien, Brotfabriken etc. an.
Auf der stadtgewandten Seite des Huber Mühlen - Komplexes befinden sich Mühle, Silo, Verwaltungs- und Sozialgebäude sowie das alte Kesselhaus (heute Silo).
Das rotbraun gestrichene viergeschossige Mühlengebäude - durch Lisenen und senkrechte Bänder gegliedert - besticht noch immer.
An der Wasserseite gegenüber stehen die alten Lagerhäuser, teilweise in Funktion, teilweise umgenutzt.
Dieses Gelände grenzt direkt an die Uferböschung des Kaiser-Wilhelm-Beckens, dort, wo sich eines von Mannheims ältesten, aber auch unbekanntesten Kulturdenkmälern befindet: Die 1810 zur Bestimmung des Mannheimer Meridians aufgestellte Steinpyramide, auch bekannt als 'Nordmire'.
(www.rhein-neckar-industriekultur.de )
Hier am Wasser war auch einer der auf Schienen fahrenden Krane mit Greifern zum Entladen der Schiffe im Einsatz, der sich seit den 90er Jahren als Exponat am Museumsufer des Neckars (nahe MVV-Hochhaus) befindet.
Bis heute ist die Huber Mühle auf dem Sektor Reis und Hülsenfrüchte einer der letzten nicht konzernierten Betriebe in Deutschland. Als kleineres mittelständisches Unternehmen hat sie es geschafft, sich auf dem Markt zu behaupten.
Sie vertreibt unter dem Markennamen AHAMA: A (dolf) H (eym) a (nn) Ma (nnheim).
Nutzung (ursprünglich)
Graupen- (ehemals "Rollgerste") und Malzfabrik, Mais- und Mehlmühle, bekannt unter dem Namen des ersten Besitzers 'Heymann-Mühle'.
Nutzung (derzeit)
Reis- und Schälmühle von Hülsenfrüchten für den Lebensmitteleinzelhandel, Großverbraucher und Industriekunden. Eines der am Wasser gelegenen Lagergebäude ist umgenutzt zum Eventcenter für größere Veranstaltungen.
Geschichte
1899 ließ Adolf Heymann in der Industriestraße 4 und 6 im Hafengebiet eine Malzfabrik und eine Maismühle bauen. Nach den betrieblichen Unterlagen kam die "Rollgerstenfabrik" bzw. Graupenmühle erst 1917 dazu.
Gegründet wurde die Firma im Jahr 1867.
1938 kaufte Familie Aichmann-Huber aus Ulm - ein Handelsbetrieb mit Kafferösterei - die Mühle und firmierte sie in 'Huber-Mühle' um.
Nach 1945 bekam die Familie von der amerikanischen Besatzung die Lizenz, Lebensmittel zu verkaufen.
Nach dem Wiederaufbau der zerstörten Mühlengebäude wurde zunächst Mehl gemahlen.
Zu dieser Zeit waren noch 90 Menschen in der Mühle beschäftigt. Allein 20 - 25 Arbeiter waren dreischichtig im dampfbetriebenen Kesselhaus eingesetzt, das erst bei der Produktionsumstellung auf Reis elektrifiziert wurde.
Mitte der 50er Jahre wurde die Mehlmühle aufgrund staatlicher Mühlenstrukturprogramme gegen Prämie stillgelegt. Stattdessen wurde Reis bearbeitet und abgepackt, Anfang der 60er Jahre kamen Hülsenfrüchte dazu.
Langkörniger Reis wie Basmati und Parboiled kommt aus Thailand oder Indien, Rundkornreis aus Italien, Portugal oder Spanien, die Camargue in Südfrankreich ist Lieferant für roten Reis.
Importländer der Hülsenfrüchte Bohnen, Linsen, Erbsen etc. sind neben Kanada und China auch Frankreich.
Der heutige Betrieb - Mühle, Verwaltung und Außendienst - beschäftigt 12 Menschen.
Eigentümer
Familie Dr. Landerer
Erbauer
Adolf Heymann
Architekt
Emil Reichert, BDA Mannheim
Bauzeit / Umbauten
1899 Bau eines Rohrbrunnens für Mälzerei, weitere Mühlen-, Lager- und Silobauten folgen. Ab 1917 bis mindestens 1926 umfangreiche Umbaumaßnahmen. Wiederaufbau nach Bombardierung im II. Weltkrieg schon 1946.
Baubestand
gut
Quellen
Führer durch die Industrie- u. Hafenanlagen von Mannheim, Rheinau und Ludwigshafen;
hrsg. von der „Rhein“- Verlags-Gesellschaft m.b.H., Duisburg-Ruhrort, 1909, S. 113
Hanspeter Rings, Mannheim auf Kurs, 2003 - Hrsg. Stadtarchiv Mannheim
Unterlagen des Unternehmens
Autor/in
Hilde Seibert
Adresse
Industriestr. 4
68169 Mannheim
Stadt / Landkreis
Mannheim
Zufahrt
Von der Innenstadt kommend Richtung Parkring über die Jungbuschbrücke in die Untermühlaustraße fahren und links in die Pyramidenstraße einbiegen. Die Haupteinfahrt liegt in dieser Straße nach ca. 50 m auf der linken Seite.
Nächste VRN-Haltestelle: Mannheim, Pyramidenstraße
VRN-Haltestellen-Plan:efa9.vrn.de
VRN-Linien-Netzplan:www.vrn.de
Weblinks
Kontakt
Tel. 0621/ 32234- 0
Denkmalgeschützt ?
Nein
Barrierefrei ?
Nicht bekannt

