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Gmeinder Getriebe- und Maschinenfabrik GmbH in Mosbach

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Lokomotivenfabrik Gmeinder
Lokomotivenfabrik Gmeinder

Seit mehr als 90 Jahren werden bei der Firma Gmeinder in Mosbach Lokomotiven gebaut und gewartet. In dieser Zeit erblickten dort über 5000 Maschinen das Licht der Schienenwelt. Aufgrund der zahlreichen bei Gmeinder entstandenen Innovationen kommt dem Unternehmen in der Geschichte des deutschen Lokomotivenbaus keine unbedeutende Rolle zu.

Nutzung (ursprünglich): 

Verwaltungsgebäude und Produktionshallen einer Lokomotivenbaufabrik

Nutzung (derzeit): 

Verwaltungsgebäude und Produktionshallen einer Getriebe- und Maschinenfabrik

Geschichte: 

Das Unternehmen wurde 1913 durch Anton Gmeinder und August Steinmetz gegründet. Zunächst fertige der Betrieb hauptsächlich Maschinen für Handwerksbetriebe. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Ausscheiden von August Steinmetz wandte sich Gmeinder dem Bau von Diesellokomotiven zu. Zusammen mit dem Ingenieur Hugo Lentz entwarf die Firma die erste auch im Bahndienst einsetzbare Diesellokomotive Deutschlands. Das Schienenfahrzeug erregte damals viel Aufsehen in der Fachwelt und Gmeinder und Lenz riefen 1921 die „Badische Motorlokomotiven AG“ ins Leben. Doch musste das Unternehmen bereits 1924 Konkurs anmelden. Im nächsten Jahr schloss sich Anton Gmeinder mit den Brüdern Carl und Hermann Kaelble aus Backnang zusammen und gründete mit ihnen die „Anton Gmeinder und Co GmbH“. Nun lief die Produktion richtig an und die Firma konnte schnell als Lieferant von Rangier-, Feld- und Grubenlokomotiven ein guten Ruf erwerben. Nach dem Tod von Anton Gmeinder im Jahr 1942 übernahmen die Brüder Kaelble seine Anteile.

In die 1950er Jahre fällt die Entwicklung und der Bau der bekanntesten Gmeinder-Lokomotive, der Rangierlok „Köf III“, die für die „Deutsche Bundesbahn“ entworfen wurde (Baureihe 331-333). Damals verfügte die Fabrik über rund 580 Beschäftigen und war der wichtigste Arbeitergeber in Mosbach und der näheren Umgebung.

Ab Ende der 1970er Jahre firmierte der Betrieb dann unter dem Namen „Carl Kaelble & Gmeinder GmbH“, später unter der Bezeichnung „Kaelble-Gmeinder GmbH“. Nach dem Konkurs des Mutterkonzerns in Backnang ging die Produktion im Mosbacher Werk ab 1997 unter Regie der „Gmeinder Lokomotiven- und Maschinenfabrik GmbH Fabrik“ weiter. Schließlich wurde das Unternehmen 2004 in die eigenständigen Gesellschaften „Gmeinder Lokomotivenfabrik GmbH (GLG)“ und „Gmeinder Getriebe- und Maschinenfabrik GmbH“ getrennt. Das historische Hauptgebäude wurden von der letzteren Firma übernommen.

Eigentümer: 
Gmeinder Getriebe- und Maschinenfabrik GmbH
Erbauer: 
Badische Motorlokomotiven AG
Bauzeit / Umbauten: 
1921/1922
Baubestand: 

Das Verwaltungsgebäude an der Anton-Gmeinder-Straße ist ein zweigeschossiger Ziegelbau mit Mansardendach. Die historischen Produktionshallen schließen auf der Südseite unmittelbar an das Bauwerk an.

Quellen: 

Rudolf Mickel, Gmeinder-Lokomotiven, Freiburg 2004.

Autor/in: 
Sebastian Parzer