Presse
Wir sind für jeden Hinweis auf einen Presseartikel über unser Tätigkeitsgebiet dankbar.
Bitte einfach per E-Mail oder per Post an uns.

20. 1. 2012
Der Mannheimer Kulturhistoriker Wolfgang Knapp sammelt Schaufensterpuppen. Foto: AfP Asel
Mannheimer baut Museum der stummen Mannequins auf
Von Heike Warlich-Zink
Seit fast 200 Jahren unterwerfen sie sich, ohne mit der Wimper zu zucken, dem jeweiligen Modediktat. Sie lächeln uns aus Schaufenstern entgegen- doch wer glaubt, er kennt sie, der täuscht sich: Schaufensterpuppen haben sich seit ihrem ersten Auftritt Mitte des 19. Jahrhunderts in den feinen Ateliers der Pariser Schneidermeister ebenso rasant verändert wie die Mode selbst.
Nostalgische und historische Schaufensterfiguren gelten daher als ausgesprochen wertvolle Sammlerobjekte. Begegnen sie uns heute zumeist auf das Wesentliche reduziert, nicht selten sogar gesichts- oder kopflos, wurden in früheren Zeiten realistische Darstellungen bevorzugt: die kühl blickende 1920er-Jahre-Schönheit oder in den 1950er-Jahren sogar Dickbäuchige und Karikaturfiguren.
Geschichte der stummen Mannequins
Eine große Sammlung solcher Schaufensterfiguren hat Wolfgang Knapp zusammengetragen. Der Mannheimer Kulturwissenschaftler und Kunsthistoriker betreut ein in Deutschland einzigartiges Projekt: den Aufbau eines Archivs und Museums zur Geschichte der Schaufensterfigur. Sozial-, Kunst- und Industriegeschichte sollen dabei spannend miteinander verflochten werden.
Das Vorhaben „Dauerausstellung“ ist zwar noch im Werden, doch aktuell widmet der Verein Industriekultur Rhein-Neckar - gerade von Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz für sein ehrenamtliches Engagement als Schützer und Bewahrer der Kulturgüter der Region ausgezeichnet - den stummen Verkaufshelfern im Secondhand-Kaufhaus „Markthaus“ in Mannheim-Neckarau eine eigene Ausstellung mit vielen Fotos.
Darunter befindet sich eine Serie über die Herstellung und Kreation von Schaufensterfiguren in einem Mannheimer Betrieb. „Immer anziehend - Schaufensterfiguren in Kunst und Kommerz“ heißt sie und ist bis einschließlich 30. März geöffnet. Wolfgang Knapp wird am heutigen Freitag um 17 Uhr einen Vortrag zur Geschichte der Puppen halten und hat viel zu erzählen: „Wer sich ein wenig mit diesem Thema befasst, wird auch heutige Schaufensterpuppen mit ganz anderen Augen sehen“, betrachtet er die stummen Mannequins nicht als Mittel zum Zweck, um Mode zu transportieren, sondern als echtes Kulturgut. „Die Geschichte der Schaufensterfiguren spiegelt den Wandel der Schönheitsideale, von Moral und Zeitgeist, Sozial- und Industriegeschichte wider“, so Knapp, und dass die Figuren zugleich zu den wichtigsten Erfindungen visuellen Marketings zählen. Für die geplante Dauerausstellung sucht er derzeit nach Partnern und Sponsoren in der Metropolregion. Die Zusammenarbeit mit einem Museum hält Knapp für ebenso denkbar wie die Kooperation mit einem Partner aus der freien Wirtschaft.
„Das Deutsche Schaufensterfiguren-Museum beispielsweise in ein bestehendes Modehaus einzubetten - ein reizvoller Gedanke“, findet der Kulturwissenschaftler.
Barbara Ritter vom Verein „Rhein-Neckar-Industriekultur” und Claudia Buggle vom Museum wagten zum Firmenjubiläum der Miederwarenfabrik „Felina” einen Blick und zeigten, was „frau” so alles drunter trug. Foto: Dorn
RheinNeckarZeitung Online
22. 10. 2011
Sie zeigt, was frau so drunter trug
Weinheim. (keke) „Lachsfarben” war bei weiblicher Unterwäsche in den fünfziger Jahren der letzte Schrei. Der ertönte aus Frauenmund jetzt auch mehr als nur einmal im Museum der Stadt angesichts der in Glasvitrinen ausgestellten „Panzer”, die vor noch nicht allzu langer Zeit die Körper der Damen einschnürten und umhüllten.
Zum 125. Geburtstag der Mannheimer Miederwarenfabrik „Felina” hat Museumsleiterin Claudia Buggle mit Unterstützung der Vorsitzenden des Vereins „Rhein-Neckar-Industriekultur”, Barbara Ritter, eine Ausstellung zusammengetragen, die „im Dienste der schöneren weiblichen Figur” noch bis zum 18. Dezember all das zur Schau stellt, was die Damenwelt seit eineinviertel Jahrhunderten „darunter” trägt.
„Heiße Fotos” an den Wänden des Treppenaufgangs zur oberen Etage stimmen auf das ein, was den Besucher dort erwartet: Die Geschichte von Korsage und Korsett, Corselet und Hüftgürtel, Damen-Unterwäsche und Büstenhalter. Letzterer von Claudia Buggle als ein „Wäschestück” definiert, das „die weibliche Brust gegen die Schwerkraft stützen, formen und dekorieren” soll. Was „Felina” bis heute gelingt. Das 1885 von Eugen Herbst in Rappenau als Korsettnäherei gegründete und fünf Jahre später als Korsettmanufaktur nach Mannheim umgezogene Traditionsunternehmen hat den BH zwar nicht erfunden, aber bereits 1914 seinen ersten Trikot-Büstenhalter unter dem Namen „Felina” („Kätzchen”) angemeldet.
Wenig später erregte Felina als Vorreiter mit dem „atmenden Büstenhalter” und „BH mit elastischen Trägern” ebenso Aufsehen wie 1968 mit der leichtbekleideten Uschi Glas. Als Werbeikone offenbarte die Schauspielerin einem Millionenpublikum im Felina-BH frivol „Uschis Schätzchen”.
Neben den „Lachs-Schnitten” im Stadtmuseum machen Dutzende von Zeichnungen der Werbegrafikerin Edith Lindenmeier Appetit. Durch Zufall wurden die in Aktenordnern abgehefteten Originale auf einem Dachboden entdeckt. Doch die Ausstellung zeigt noch mehr: Fotografien aus dem in der Mannheimer Neckarstadt gelegenen Werk von damals und heute ebenso wie Felina-Anzeigen aus 125 Jahren Firmengeschichte. 1893 wurde dem Unternehmen eine Kartonagenfabrik angegliedert. 1907 kam eine Metallwarenfabrik zur Herstellung der Hakenbänder, Schließen und Stäbchen hinzu. In seiner Glanzeit zählte das Unternehmen mehr als 2500 Beschäftigte. 90 Prozent der Belegschaft bestand aus Frauen. Barbara Ritter: „Felina wurde zum Vorreiter für Frauenarbeit in Mannheim”.
1944 wurden die Fabrikanlagen durch einen Bombenangriff fast vollständig vernichtet. Doch der Wiederaufbau gelang. Mehr als 250 Felina-Produkte werden heute weltweit in 60 Ländern vertrieben, in der Produktion Monat für Monat rund 25 Tonnen Metall in Stäbe, Spiralen, Beschläge, Verschlüsse und Haken verwandelt. In den 1970er Jahren erklomm Felina Rang zwei im deutschen Miedermarkt - und wurde 1982 von einer Schweizer Investorengruppe übernommen. Mannheim ist bis heute operative Zentrale geblieben. Produziert wird allerdings ausschließlich in osteuropäischen Ländern.
Mannheimer Morgen - 17. 10. 2011
Denkmalschutz: Verein Industriekultur startet Bustour
Ausflug zu Quartieren der Arbeiter
Auf dem Programm: die Siedlung von Bopp & Reuther in der Waldstraße. BILD: ZG
Zu einem Ausflug in die proletarischen Wohnwelten vergangener Zeiten im Mannheimer Norden lädt der Verein Rhein-Neckar-Industriekultur am Samstag, 22. Oktober, ein. Bei der Bustour zu den geschichtsträchtigen Orten werden sieben Quartiere angesteuert. Erklärungen gibt die Denkmalpflegerin der Stadt, Dr. Monika Ryll.
Die Siedlungen wurden zwischen 1865 und 1920 von Industriebetrieben wie Drais, Bopp & Reuther, der Jute-, Papyrus-, Zellstoff- und Spiegelfabrik als Werkswohnungen errichtet, die Stadt baute die Gaswerksiedlung. Die Behausungen wurden nicht nur in verschiedenen Stilrichtungen ausgeführt, sondern sind auch in ihrer Anlage unterschiedlich: Vom Typ „Kasernen” über „gediegene Backstein-Stadthäuser”, „Reihenhaus-Kolonie” bis „ländliche Idylle” ist alles vertreten.
Sie waren zu ihrer Entstehungszeit Ausdruck unternehmerischer Fürsorge für die Wohn- und Lebensverhältnisse der Arbeiterschaft – zumindest eines Teils der Belegschaften. Die Wohnungsnot war so drückend, dass in den Siedlungen nur sieben Prozent der gesamten Mannheimer Arbeiterschaft Unterkunft fand.
Siedlungen mit Geschichte
Viele der Werke, zu denen die Wohnungen gehörten, existieren heute nicht mehr. Die Siedlungen – oft auch nur ein Rest – sind nun meist in privater Hand, häufig denkmalgeschützt und teilweise mit hohem Standard renoviert.
Die Busfahrt mit vielen Zwischenstopps dauert dreieinhalb Stunden. Tickets zu zwölf Euro gibt es ab sofort bei der TouristInfo in Mannheim, Willy Brandt-Platz 3 beim Hauptbahnhof. Abfahrt ist am 22. Oktober, 14 Uhr, am Collini-Center (Neckarseite). Red
Mit neun alten Gaslaternen und neun elektrifizierten, neuen Leuchten in historischer Form soll die denkmalgeschützte Käfertaler Reihersiedlung neu erstrahlen. BILD: PROSSWITZ
Mannheimer Morgen - 13. 10. 2011
Gemeinderat: Einstimmiger Beschluss zur Umrüstung von 142 alten Straßenlampen auf eine energieeffiziente Stadtbeleuchtung
Neun Gaslaternen leuchten
Bis kurz vor der Sitzung des Gemeinderates wurde noch heftig verhandelt. Dann waren sich alle einig: Mannheim behält neun der alten Gaslaternen in der Reiherstraße in Käfertal. Auf dem Reiherplatz werden außerdem neun elektrifizierte Lampen in historischer Form installiert, das Ensemble der denkmalgeschützten Reihersiedlung soll so in seiner jetzigen Form erhalten bleiben.
142 andere alte Straßenleuchten im Stadtgebiet werden ebenfalls künftig elektrisch betrieben, sollen aber möglichst auch ihr Aussehen mit der historischen Mastform behalten. Damit ist nach einer monatelangen Diskussion zwischen Stadtverwaltung, Gemeinderat, Bezirksbeiräten sowie zahlreichen Bürgern in den betroffenen Stadtteilen eine politische Entscheidung gefallen.
Ganzer Artikel als PDF zum Download (561 Kb)
Mannheimer Morgen - 12. 10. 2011
Denkmalschutz: Schiffstour beleuchtet die Industrieromantik / Start am Freitag
Im Dämmerlicht durch den Hafen schaukeln
Schiffstour durch den Industriehafen, wo die Abendröte eine romantische Atmosphäre zaubert. BILD: ZG
Industrie-Romantik pur können Mitfahrer bei einer Schiffstour am Freitag, 14. Oktober, entdecken, zu der der Verein Rhein-Neckar-Industriekultur einlädt. Bei der Dämmerfahrt geht es in den Industriehafen und rund um die Friesenheimer Insel. Eine Exkursion mit einer ganz besonderen Stimmung, im Wasser des seeartigen Industriehafens spiegeln sich die großen Industriebetriebe und Mühlen, wo oft bis spät in die Nacht gearbeitet wird.
Im Altrheingebiet macht sich die Natur für die Nacht bereit. Die Fahrt auf dem Rhein, entlang der schier endlosen, glitzernden BASF, sei überaus beeindruckend, so die Veranstalter, die zu einer ersten Bootstour bei der Nacht der Museen einluden und bei dieser Tour gar nicht alle Passagiere mit an Bord nehmen konnten.
Der Ausflug bietet nicht nur stimmungsvolle Ausblicke, sondern auch Geschichte und Geschichten zum städtischen Industriehafen und zu seinen häufig über 100 Jahre ansässigen Betrieben. Mit ihrer architektonischen Vielfalt, ihren wechselvollen Wirtschafts- und Arbeitsverhältnissen kann „Industrie-Kultur” ganz in der Nähe des Mannheimer Stadtzentrums erlebt werden.
Wetterfeste Sitzplätze
Der Verein Rhein-Neckar-Industriekultur e.V. (RNIK) wird von Privatpersonen in ehrenamtlichem Engagement getragen. An die 200 Objekte hat er mit Bildern, Geschichte und aktuellen Informationen auf der Webseite www.rhein-neckar-industriekultur. de dargestellt. Mit Ausflügen, Ausstellungen und Veranstaltungen macht er Industriekultur in der Metropolregion bekannt und setzt sich für den Erhalt historisch interessanter Gebäude und Objekte ein.
Das Schiff legt am Freitag, 14. Oktober, 18 Uhr, am Anleger Kurpfalzbrücke (Cahn-Garnier- Ufer) ab. Gegen 20.30 Uhr ist die Tour zu Ende. Die Sitzplätze an Deck sind wettergeschützt. Fahrkarten gibt es im Vorverkauf bei der Tourist- Info Mannheim, (Willi-Brandt-Platz 3, am Hauptbahnhof) zum Preis von zwölf Euro für Erwachsene und acht Euro für Kinder. Mehr unter www. Rhein-Neckar- Industriekultur.de
Mannheimer Morgen - 5. 10. 2011
Seckenheim: Familie Lochbühler sanierte Wasserturm und baut ihn bis März 2012 zum Aufzugsmuseum aus / Historische Wasserstandsuhr wieder hergestellt
„Glatzkopp” wird erst später fertig
Nicht mehr dreckig-graubraun, sondern in historischer Farbgebung und doch wie neu: Der Seckenheimer Wasserturm ist fertig saniert. BILDER: ZG
Von unserem Redaktionsmitglied Peter W. Ragge
Eigentlich sollte in dieser Woche, wenn der Seckenheimer Wasserturm seinen 100. Geburtstag feiert, alles fertig sein. Aber nur das Gerüst, das den von den Bürgern wegen seiner Dachform liebevoll "Glatzkopp" genannten Turm seit Frühjahr verbarg, ist verschwunden und die bisher dreckig-graubraune Fassade strahlt wie neu - aber doch nach historischem Vorbild. Das von der Familie Lochbühler im Innern geplante neue Aufzugsmuseum wird dagegen erst im März 2012 eingeweiht.
"Böse Überraschungen gab es beim Bau eigentlich keine, es war alles wie auf den Plänen und der Beton sogar besser als gedacht", blickt Andreas Lochbühler zufrieden auf die aufwendige Sanierung zurück. Man habe aber "doch stark in die Substanz eingegriffen", dadurch immer wieder die Statik beachten müssen. "Fast täglich neue Ideen und Anregungen ließen die Sanierung bedeutend umfangreicher werden als ursprünglich geplant", so dass der angekündigte Termin nicht zu halten gewesen sei, so Andreas Lochbühler, einer der beiden Juniorchefs.
Alte Herstellungsmethoden
Die Unternehmerfamilie hat den Turm 1978 gekauft und so vor dem Abriss bewahrt. Bei der Sanierung habe man nun besonders auf die Einhaltung historischer Vorgaben geachtet und sich dabei auf die Erfahrung des Architekturbüros Burock und Koch und bei der Statik auf das Ingenieurbüro Bräuer+Späh verlassen, zudem stets die Vorgaben des Landesdenkmalamts und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz beachtet.
Alle Betonflächen und Pfeiler wurden abgestrahlt und komplett saniert. Den Außenputz restaurierten Fachleute unter Verwendung der alten Herstellungsmethoden. Auch die Fensterrahmen sind wieder im ursprünglichen weißen Farbton gestrichen. Neu an der Fassade fällt der Nachbau der Wasserstandsuhr auf, die in den Anfangsjahren durch einen Schwimmer auf der Wasseroberfläche mechanisch angetrieben wurde und den Wasserstand angab.
Nachts wollen die Eigentümer das lokale Wahrzeichen durch eine Außen- und Innenbeleuchtung besser zur Geltung zu bringen. Turmpfeiler und Kupferkranz werden künftig nach den Illuminationsplänen eines Fachingenieurs erstrahlen. Nur von der Idee, auch die Kuppel zu beleuchten, mussten die Lochbühlers Abstand nehmen, da das Außengeländer zu schmal für Lampen ist. Im Innern investierten die Eigentümer besonders, um brandschutzrechtliche Auflagen zu erfüllen. Dazu rüsteten sie den Turm mit Sicherheitsräumen, zusätzlichen Fluchtzonen, Brandmeldern und einer modernen Blitzschutzanlage nach. Auch der Panoramaaufzug, der bei der ersten Sanierungsphase 1989 angebaut worden war, wurde komplett erneuert und vergrößert. Er dient nun aufgrund seiner speziellen Konstruktion, was bei Aufzügen eigentlich sonst nicht möglich ist, als zweiter Rettungsweg - nur so kann das Aufzugsmuseum der Öffentlichkeit (zu bestimmten Zeiten und für Führungen) zugänglich gemacht werden.
Keine privaten Feiern
Für das Aufzugsmuseum, mit einigen Firmenexponaten ab 2002 im Erd- und Zwischengeschoss aufgebaut, wurden zwei zusätzliche Ebenen auf einer Höhe von fünf und 16 Metern geschaffen. Für eine optimale Präsentation hat die Familie Lochbühler eigens einen Museumsdesigner engagiert, der nun bis Jahresende alles fertigstellt. "Die Sammlung ist in Europa einzigartig und umfasst zahlreiche meist noch funktionstüchtige Aufzugskomponenten ab Beginn des 20. Jahrhunderts", hebt Andreas Lochbühler hervor. Historische Antriebe und Steuerungen gehören ebenso dazu wie eine kunstvoll aus Holz gefertigte Jugendstil-Kabine. Neu hinzu gekommen ist ein vollständig betriebsfähiger historischer Paternoster. Zwar gibt es immer wieder viele Anfragen, doch für private Feiern vermietet wird der Turm nach wie vor nicht.
Artikel zum Download (PDF 786 kB)
Hafen Mannheim … weltweit für die Region
Magazin heraugegeben von: Staatliche Rhein-Neckar-Hafengesellschaft Mannheim mbH
Ausgabe Sommer 2011
Fotoausstellung: Der lndustriehafen im magischen Licht ... bei der Langen Nacht der Museen
Veit Lennartz

Mannheimer Morgen - 5. 7. 2011
Denkmalschutz: Verein Industriekultur lädt zu Führung in die „genossenschaftliche Burg”

Klare Linie im Stil der Neuen Sachlichkeit:
Die „genossenschaftliche Burg” öffnet am Samstag, 9. Juli, ihre Tore und gibt ihr Innenleben preis. BILD: ZG
Trutzbau im klaren Klinkerstil
Der charakteristische halbrunde Turm und die glatten, klaren Fassaden der tief gestaffelten kubischen Gebäude – so kennt man „die GEG”, die „genossenschaftliche Burg” – wie sie zur Eröffnung 1931 wegen ihrer baulichen, technischen und sozialen Dimensionen genannt wurde. Der Verein Rhein-Neckar-Industriekultur öffnet am Samstag, 9. Juli, 15 bis 19 Uhr nun die Tore zu dem Trutzbau in der Friesenheimer Straße 14 am Industriehafen und gewährt bei einem Kultur-Nachmittag Einblicke ins Innenleben.
Die Lebensmittelfabriken der Konsumgenossenschaften sind im Stil der Neuen Sachlichkeit gebaut worden. Mit dem Ende von „coop” in den 1990ern waren auch das Kafféewerk, die Teigwarenfabrik, die Druckerei und die Industriemühle unter dem Logo „GEG” am Ende. Heute gehört der denkmalgeschützte Komplex einer Speditions- und Logistik-Firma, die auch Handwerkern und Künstlern dort Werkstätten und Ateliers vermietet.
Der Verein bietet gemeinsam mit dort ansässigen Firmen und Künstlern ein vielseitiges Programm. Je zweimal gibt es Führungen durch das gesamte Areal mit dem riesigen Gebäude aus dunkelroten Klinkern, in die Silos der Mühle und des Kafféewerks – sowie eine kunsthistorische Einführung zum Thema „Fabrikbau und Moderne” (zwischen 15-17 Uhr und 17-19 Uhr).
Einblicke in die Ateliers
Einige Künstler werden ihre Werke zeigen und die zu Ateliers umgenutzten Räumlichkeiten der alten Mühle öffnen, so die Maler und Bildhauer Philip Morlock, Jiri Platzer und Martin Knauf sowie Christine Trautmann mit Lichtobjekten. Fotoausstellungen gibt es von Lutz Walzel und Elsa Hennseler-Etté. Der Glasbläser Sascha Hasanovic wird seine Werkstatt öffnen, und das Fotoatelier Bender stellt die größte historische Kamera der Welt vor. Außerdem werden Kaffee, Kuchen und Gegrilltes serviert. Für die Führungen ist eine Anmeldung erforderlich, entweder per E-Mail an britter@ rhein-neckar-industriekultur. de oder telefonisch unter 0621/ 44 88 23. Der Unkostenbeitrag beträgt 5 Euro (Bezahlung vor Ort). red
WOCHENBLATT Mannheim - 30. 6. 2011
Rundgänge in Gebäuden alter Lebensmittelbetriebe
Besichtigungen: Der Verein Rhein-Neckar-Industriekultur (RNIK) bietet am Samstag, 9. Juli, wieder die Möglichkeit, den Gebäudekomplex alter Lebensmittelbetriebe der früheren Konsumgenossenschaften (GEG) auf der Friesenheimer Insel zu besichtigen. Da erfahrungsgemäß das Interesse sehr groß ist, sollten sich die Interessenten bis spätestens Donnerstag, 7. Juli, anmelden.
An mehreren abgestimmten Terminen werden Rundgänge auf dem Areal, Besichtigung der alten Mühlen- und Kaffeewerk-Silos, einen Vortrag zur Architektur der Neuen Sachlichkeit und Fabrikbauten, Fotoausstellungen, offene Ateliers dort ansässiger Künstler angeboten. Das ausführliche Programm ist auf der Webseite www.rhein-neckar-industriekultur.de/GEG-Sommerfest.php zu finden. Anmeldungen: per E-Mail an britter@rhein-neckar-industriekultur.de oder telefonisch unter 0621 448823 (mit Anrufbeantworter) mit Angabe der Veranstaltung. (red)
WOCHENBLATT Mannheim - 14. 4. 2011
Faszinierende Kunst- und Kulturnacht
Erlebnis Metropolregion Rhein-Neckar: Rund 25.000 Besucher bei der 13. MEIER Lange Nacht der Museen
Mit ihrer 13. Auflage setzte das größte Kunst- und Kulturevent der Metropolregion Rhein-Neckar einmal mehr Maßstäbe: Bei herrlichem Wetter mit frühsommerlichem Temperaturen zog die MEIER Lange Nacht der Museen mit einer Rekordzahl von 130 Stationen in Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen rund 25.000 Besucher in Museen, Galerien, Ateliers und Off- Locations.
Glücklich zeigten sich viele hundert Museumsmacher, Kulturschaffende, Künstler und Kreative über den regen Zuschauerzuspruch in den drei Städten. Für Begeisterung bei den Nachtschwärmern sorgte ein einmalig vielfältiges und spannendes Angebot an Ausstellungen, Installationen, Live-Performances und Live- Konzerten. Als klassische Besuchermagneten erwiesen sich die großen Museen Kunsthalle, Technoseum und rem in Mannheim, das Kurpfälzische Museum in Heidelberg und das Ludwigshafener Wilhelm-Hack-Museum.
In der Kunsthalle Mannheim ließen sich mehrere tausend Besucher von Sonderausstellung „Ré Soupault – Künstlerin im Zentrum der Avantgarde” begeistern und bei den Art-Talks gewannen die Besucher interessante Einblicke zu den Klassikern der hochkarätigen Dauerausstellung. Das Mannheimer Technoseum freute sich über die große Aufmerksamkeit für die Sonderausstellung „Die Sammlung. 1001 Objekt zum Hören und Sehen” und präsentierte gemeinsam mit dem Heidelberger DAI den Poetry-Slam „Word Up!”. Die Reiss-Engelhorn-Museen luden im Rahmen von „Museum Backstage” zu einem Blick hinter die Kulissen. Außerdem beschäftigte sich die Fotoausstellung „Robert Häusser – Die Berliner Mauer” mit der Brutalität des kommunistischen Systems. Für mitreissende, musikalische Unterhaltung sorgte die Combo von Mumuvitch Disko Orkestar. Das Kevin O’Day Ballett des Nationaltheater Mannheim zeigte eine außergewöhnliche Tanz-Improvisation.
Ausstellungen, Gespräche, Musik und Tanz im Kurpfälzischen Museum drehten sich dieses Jahr um das Thema „Faszination Orient“ und Direktor Frieder Hepp konnte sich darüber freuen, mit diesem Angebot ein „ganz neues Publikum“ für sein Haus begeistern zu können. Auf enormes Besucherinteresse und große positive Resonanz stieß die Premiere von „Hafenlicht 1“ im Mannheimer Industriehafen, wo rund 5000 Lange Nacht- Besucher mit Schiffsrundfahrten die illuminierte Kulisse historischer Hafenanlagen entdecken konnten. Die 30-minütigen Rundfahrten, die bei den Besuchern für strahlende Gesichter sorgten und an den unter anderem der Mannheimer Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz und Roland Hörner, der Direktor der Staatllichen Rhein-Neckar-Hafengesellschaft teilnahmen, wurden moderiert vom Verein „Rhein-Neckar Industriekultur e.V.”. Mit spannend präsentierten Informationen über die traditionsreiche Geschichte des Hafens lernten zahlreiche Besucher so erstmals die Stadt aus der Wasserperspektive kennen und vor der historischen Bettfedernfabrik am Playa del Ma genossen die Gäste bei Cocktails und Snacks die lässige Beachbar-Atmosphäre und die großartige Kulisse des nächtlichen Industriehafens. Aufgrund des großen Erfolgs ist mit „Hafenlicht 2” eine Fortsetzung geplant.
Exklusiv zur MEIER Langen Nacht der Museen war der historische Heidelberger Schlossbergbunker für Besucher begehbar. Über 4.000 Besucher nahmen wegen des großen Andrangs teilweise längere Wartezeiten in Kauf, um auf geführten Touren durch den weitläufigen Bunker die Licht- und Soundinstallationen des renommierten Lichtdesignerns Günter Jäckle und Valentin Lüdicke vom Heidelberger Atelier Kontrast zu gemießen, die denTunnel künstlerisch inszenierten. So unterschiedlich die Locations, so vielfältig präsentieren sich die kulturellen Angebote: Auch die kleineren Veranstaltungsorte begeisterten mit einem spannenden Mix aus Kunst und Kultur. Mit gleich neun Stationen präsentierte sich der Mannheimer Stadtteil Jungbusch erstmals bei der Langen Nacht und zeigte, warum er als Kulturtreiber der Quadratestadt gilt. Bei seinem Debüt überzeugte unter anderem das Cafga mit der Foto-Ausstellung der New Yorker Fotokünstlerin Marlis Momber, die aus Manhattan angereist war, um persönlich ihre Foto- Dokumentation über den „Loisada” genannten New Yorker Stadtteil Lower East Side vorzustellen.
Fans der elektronischen Musik feierten bei Fotoausstellungen, Livemusik und DJing in der Popakademie und im Musikpark, weitere Ausstellungen und Livemusik gab es in den Galerien Abbruch & Demontage, Stoffwechsel und Laboratorio 17. Als magische Anziehungspunkte erwiesen sich auch wieder die historischen Klassiker: Im Mannheimer Wasserturm sorgte ein kurzfristig angekündigter Live- Auftritt von vier Musikern der Söhne Mannheims für Furore und im Mannheimer Schloss gab es voller Häuser im Schlossmuseum, dem Gartensaal mit den SWR3 Live Lyrics und dem Electric Balkan Jazz Club, der den Nachtschwärmern ordentlich einheizte.
Einmal mehr vernetzte ein dichter Takt aus S-Bahnen, Regionalzüge und Busse der RNV und anderer Verkehrsbetriebe die drei Städte zuverlässig und komfortabel, schnell und reibungslos. Bis in den frühen Morgen transportierten Sonderzüge und Busse die Nachtschwärmer sicher zurück in über 100 Städte und Gemeinden des Rhein-Neckar- Deltas.
FOTO:GAIER
Mannheimer Morgen - 11. 4. 2011
Mannheim: Zur 13. Langen Nacht der Museen ziehen 25 000 Menschen durch die Metropolregion / Zum Höhepunkt wird eine Fahrt durch den Mannheimer Hafen
An dicken Buddhas vorbei, hinter Bambusbäumen und Liegestühlen, wartet die große Freiheit. Seit über 100 Jahren ist der Mannheimer Hafen rund um die Friesenheimer Insel ein Tor zur Welt. Doch in dieser 13. Langen Nacht der Museen öffnen sich die Horizonte für Tausende – und nicht nur für die Mitarbeiter einer hier ansässigen Firma. Die Ufer einer Strandbar haben die Veranstalter kurzerhand in eine Anlegestelle für Schiffe verwandelt. Und nicht nur der Startpunkt ist stimmungsvoll, sondern auch die Fahrt, die es mit Hilfe der Hafengesellschaft zu erleben gibt: Begleitet von Mitgliedern des Vereins Rhein-Neckar- Industriekultur geht es auf halbstündigen Touren durch die Architekturgeschichte, vorbei an beleuchteten Mühlen, Kränen und Kaianlagen. Und schon kurz nach Mitternacht ist klar: Diese Aktion ist ein Besuchermagnet. Rund 5000 Menschen passieren in dieser Nacht die Einlasskontrolleure, die (zeitweise vergebens) gegen zu lange Wartezeiten kämpfen und kurzentschlossen sogar Bustouren ausfallen lassen, um den Massen Herr zu werden. ...
Mannheimer Morgen - 6. 4. 2011
Artikel zum Download (PDF 335 KB)
Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ) - 11. 3. 2011
Hühneraugen schmolzen dahin wie Geld bei Währungsreform
Weinheim. (keke) Eine grüne Bügel-Flasche aus der ehemaligen Bürger-Brauerei mit Porzellankopf und Wappen auf dem Glas sowie eine bunte Blechdose mit original Kukirol Streupulver als Inhalt zählen mit zu den Schätzen, die das Museum der Stadt in seinen Vitrinen beherbergt. In der Reihe „Mittwochs im Museum” waren sie kürzlich wichtige Zeugen einer vergangenen regionalen Industriekultur, die Jürgen Herrmann und der Verein „Rhein-Neckar-Industriekultur” wieder stärker ins Bewusstsein der Menschen rücken möchte.
„Kultur beginnt nicht erst da, wo Arbeit und Alltag aufhören”, sagt Herrmann: „Überall, wo gestaltet wird, ist Kultur.” So können selbst Fabriken mit ihren Schornsteinen, Technikgebäude und Wohnhäuser entsprechend ihrer Entstehungszeit Ausdruck von Kultur sein: „Unternehmens-, Arbeiter- und nicht zuletzt Werbekultur lassen sich an manchen Gebäuden wie in einem Geschichtsbuch ablesen.” Auf ihrer Entdeckungsreise in Teilgebiete der Industrie-Kultur wurden die Besucher schnell fündig. Während in der Baukultur Architektur und Bautechnik eine wichtige Rolle spielen, reicht die Spanne einer Unternehmenskultur von der vorhandenen Betriebsorganisation über Sozialwesen und Sozialversicherungen bis hin zum Werkschor. Bildungskultur schließt den Lehrling, Gesellen und Meister ebenso ein wie die gesamte Karriere eines Beschäftigten. Lebens- und Geschäftsberichte wären unter Schreibkultur einzuordnen, Unternehmerkultur durch Villen und Auslandserfahrung sichtbar, stieg bei den „Kultur-Detektiven” das Jagdfieber. Arbeiterkultur schließt den Arbeiterverein ebenso ein wie die Gewerkschaft, Wohnkultur äußert sich im Wohnungsbau und der Einrichtung, Produktkultur in der Produktentwicklung und Nutzenmehrung.
Womit man schnell bei der Werbekultur angelangt war. Nachvollziehbar an alten Rechnungen, Prospekten, Anzeigen, Reklamemarken, Mustern, Ausstellungen und Werbefiguren wie dem „Glockinchen” und dem Elefanten des Stühle- Herstellers Philipp Leinenweber.
„Dr. Unblutig ist wieder da!”, lockte eine ganzseitige Nachkriegsanzeige aus dem Jahre 1948 der Weinheimer Kukirol Fabrik auch bei Nicht-Hühneraugenbesitzern Schmunzeln hervor: „Die Hühneraugen schmelzen dahin wie Ihr Geld bei der Währungsreform” wurde da ebenso versprochen wie „Fort mit dem Messer – Kukirol macht es besser”. Als Pionier dieser Anzeigenwerbung, die er aus den USA mitgebracht hatte, machte sich Kukirol-Chef Kurt Krisp („Wer es kennt, nimmt Kukident”) mit Dutzenden verschiedener Anzeigenmotive in der Branche einen Namen. Nicht weniger interessant gestaltete sich die Spurensuche nach zu dieser Zeit bereits vorhandenen Firmen-Fernsprechanschlüssen. So darf den Weinheimer „Telefon-Ruf No. 1” nachweislich die Maschinenfabrik Badenia für sich reklamieren. Der Anschluss Nummer 26 gehörte der Sprossen-Stuhlfabrik Philipp Leinenkugel, die zu ihren Glanzzeiten 900 Stühle täglich produzierte. Unter der Nummer 48 konnten die „3 Glocken” von Wilhelm Hensel angeläutet werden.
Mit zu den originellsten Bild-Werbeträgern zählen auch die Reklamemarken von Leinenkugel („Elefantenstark”) sowie der Brüder Heinrich und Louis Hildebrand als Besitzer der seinerzeit größten und modernsten Kunstmühle: „Hausfrauen holen Hildebrands Hartweizengries”.
SERIE:
Industriekultur im WOCHENBLATT Mannheim
Was wird aus der Kauffmannmühle?
WOCHENBLATT Mannheim 8. 12. 2011
Weltbekannte Designerin macht Mode im Hafen
WOCHENBLATT Mannheim 17. 11. 2011
Der „Glatzkopp” wird 100 Jahre
WOCHENBLATT Mannheim 1. 9. 2011
Perrey prägte Mannheims Gesicht
WOCHENBLATT Mannheim 14. 7. 2011
Das erste Mannheimer Klärwerk
WOCHENBLATT Mannheim 9. 6. 2011
Zwei Pegelhäuschen
WOCHENBLATT Mannheim 7. 4. 2011
Als die Mannheimer beim Konsum einkauften
WOCHENBLATT Mannheim 18. 11. 2010
Zeitzeugen der Sozialgeschichte
WOCHENBLATT Mannheim 22. 7. 2010
Teufelsbrücke Mannheim
WOCHENBLATT Mannheim 10. 6. 2010
Neue Blüte zwischen alten Mauern
WOCHENBLATT Mannheim 20. 5. 2010


