BASF und die Aufarbeitung der NS-Geschichte

Folder: Ausstellung I.G. Farbem und das KZ BUNA-Monowitz

Online-Vortrag:
Donnerstag, 26. 11. 2020, 17:30
von Prof. Dr. Angela Borgstedt:

Nach Auschwitz. Umgang mit und Aufarbeitung von NS-Geschichte in Deutschland – mit besonderem Bezug zur BASF

Der neue BASF inside-Film

ermöglicht Einblicke in die aktuelle Wanderausstellung im Besucherzentrum, die aktuell nicht zugänglich ist. Schaustücke wie Fotos und Texte erinnern an die Schrecken der Zwangsarbeit von KZ-Häftlingen in dem Lager Buna-Monowitz und zeichnen dessen Entstehung, Betrieb und Auflösung nach. Das erste größere von einem Privatunternehmen initiierte und finanzierte Konzentrationslager entstand 1942 neben der Baustelle des neuen Buna-Werks der I.G. Farben. Hier, nur wenige Kilometer entfernt von dem Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, wurden die KZ-Häftlinge zur Arbeit gezwungen. Den Film kann man hier oder unter folgendem Link anschauen:
https://youtu.be/xGdqwKcPnMA

Ausstellung

Ab April 1941 begann die I.G. Farbenindustrie AG, kurz I.G. Farben, an ihrem Standort in Auschwitz-Monowitz ein neues Werk für die Produktion von kriegswichtigem Synthesekautschuk (Buna) zu errichten. Noch im selben Monat wurden auch die ersten Insassen des nahegelegenen KZ Auschwitz auf dieser Baustelle eingesetzt. Im Oktober 1942 eröffnete die I.G. Farben in unmittelbarer Nähe zu ihrem Firmengelände das „Lager Buna“, ihr eigenes Konzentrationslager. Es war das erste größere von einem Privatunternehmen initiierte und finanzierte Konzentrationslager. Trotz einer Entfernung von 776 km zwischen Auschwitz und Ludwigshafen gibt es einen starken lokalen Bezug.

Denn die früheren BASF-Werke Ludwigshafen und Oppau, die seit Gründung der I.G. Farben (1925) Bestandteil des Konzerns waren, lieferten nicht nur Technologie und Konstruktionspläne für das neue Werk im Osten. Auch die Gesamtverantwortung sowie Bauleitung vor Ort lagen in den Händen ihrer Mitarbeiter. Viele Chemiker und Ingenieure, aber auch Facharbeiter aus den Werken Ludwigshafen und Oppau wurden für den Aufbau des neuen Werkes nach Auschwitz-Monowitz delegiert. Tausende KZ-Häftlinge kamen durch die unmenschlichen Arbeitsbedingungen auf der Baustelle zu Tode oder wurden in den Gaskammern in Auschwitz-Birkenau ermordet, sobald sie nicht mehr arbeitsfähig waren.

Die Ausstellung zeichnet Entstehung, Betrieb und Auflösung des KZ Buna-Monowitz nach. Historische Fotografien dokumentieren die Perspektive von SS und I.G. Farben auf Baustelle und Lageralltag. Sie werden kontrastiert mit autobiografischen Texten von Überlebenden, sowie den Aussagen von ehemaligen Häftlingen in den Nachkriegsprozessen.

Alle Informationen rund um die Ausstellung, Besuchszeiten und ihr Begleitprogramm gibt’s auf der Internetseite zur Sonderausstellung:
www.visitorcenter.basf.com/sonderausstellung

Datum
Zeit
Online-Vortrag 17:30
Ende
die Ausstellung läuft bis 11. 12. 2020
Adresse

BASF Besucherzentrum
Corporate History im Visitor Center (F 103)
Carl-Bosch-Straße 38
67056 Ludwigshafen

Termin-Nr.
201126

Quelle: www.rhein-neckar-industriekultur.de/termin/basf-und-die-aufarbeitung-der-ns-geschichte