Shoppen vor 120 Jahren - Warenhaus-Paläste in Mannheim

Warenhaus Wronker seit 1905 in E 1,5-6 (Quelle; Marchivum)
Warenhaus Wronker "Erfrischungsraum" (Quelle; Marchivum)
Postkarte des Warenhauses Kander, 1900 in T1,1 (Quelle Marchivum)
Treppenaufgang im Warenhaus Kander, 1900 in T1,1 (Quelle Marchivum)
Warenhaus Kander, 1925 mit Feuerschutzbalkonen und Rollos (Quelle Marchivum)
Warenhaus Kander, große Glasfronten und Eisenskelettkonstruktion1900  (Quelle Marchivum)
Warenhaus Schmoller, 1904 in P1 8-10 (Quelle Marchivum)
Warenhaus Schmoller, 1904 mit Paradeplatz (Quelle Marchivum)
Warenhaus Schmoller, 1904 Blick in die Planken (Quelle Marchivum)
Warenhaus Schmoller, 1910 nach der Erweiterung (Quelle Marchivum)
Blick in die Breite Straße, links Wronter um 1906 (Quelle Marchivum)
M.O.F.A.-Schaufensterausstellung, ehem. Eingang in N7 2021 (Foto Ritter)
M.O.F.A.-Schaufensterausstellung in N7 im April/Mai 2021 (Foto Ritter)
M.O.F.A.-Schaufensterausstellung, Detail des RNIK- Fensters 2021 (Foto Ritter)

Ausstellung in N 7 bis 21. 5. 2021

Der Verein „M O F A – Mannheims Ort für Architektur“ präsentiert bis 21. 5. 2021 eine Schaufensterausstellung im leerstehenden ehemaligen Galeria Kaufhof in N7. Dort fließt als Beitrag des Vereins Rhein-Neckar-Industriekultur eine Ausstellung von Fotografien der Mannheimer Jugendstil-Warenhauspaläste mit ein.

Vor rund 120 Jahren werden in Mannheims Innenstadt drei großartige Warenhauspaläste eröffnet, die damals als architektonische Sensation gelten und die traditionellen Kaufmannsprinzipien auf den Kopf stellen. 

Alle Warengattungen sind unter einem Dach vereint. Feste Preise auf Schildern und freie Umschau ermöglichen den Kund*innen Preisvergleiche. Und sie stellen fest: die Sachen sind günstiger. Mit den Warenhäusern beginne die „Demokratisierung des Konsums“ heißt es in der Rückschau.

Doch wer geht dort einkaufen? Verarmte Proletarierfamilien müssen sich weiter mit Trödlern und der Konsumgenossenschaft begnügen. Die feinen Herrschaften halten dagegen nichts vom Massenandrang in den Warenhäusern. Tatsächlich zielen diese auf Arbeiterfamilien und Bürger, auf die wachsende Mittelschicht.

Wie stellt sich diese soziale Dimension in der Architektur dar? 
Neben der außergewöhnlichen Größe sind es die beeindruckende Prachtentfaltung und die Transparenz der Fassaden, die gleichzeitig als ausgedehntes Werbemittel dienen. Völlig neue Raumkonzeption mit ungeteilten Verkaufshallen für die Präsentation der Warenmassen, Lichthöfe und offene Treppenaufgänge erinnern an Paläste und Kathedralen. Modernste Technik wie Fahrstuhl, Telefon, verschwenderische elektrische Beleuchtung werden ergänzt durch neuartige Dienstleistungen wie „Erfrischungsräume“, Modeschauen, Kinderbelustigung und freie Zustellung des Einkaufs.

Was heute noch immer ungläubig staunen lässt, ist die extrem kurze Bauzeit von 5,5 bis 9 Monaten, mitsamt dem Abriss der vorherigen Bebauung.

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Quelle: www.rhein-neckar-industriekultur.de/fotoalbum/shoppen-vor-120-jahren-warenhaus-palaeste-in-mannheim