Drei neue interessante Bücher zur Industriekultur

Luzenberg
Vom Beginn der Industrialisierung im Mannheimer Norden bis heute

Der Luzenberg – ein Stadtteil mit Charakter.

Autor: Klaus Schillinger

Frontcover: LuzenbergDer Aufschwung im Mannheimer Norden begann 1853 mit der Ansiedlung einer Spiegelmanufaktur durch die französische Glashütte Saint-Gobain. Die Manufaktur errichtete für ihre Beschäftigten ein eigenes Wohndorf – die Spiegelkolonie. Sie zeichnete sich durch Kirchen, Geschäfte mit französischen Waren, ein Schulhaus, Kindergärten und eine Turnhalle aus.

Kiezcharakter, historische Siedlung, vorbildliches Arbeiterviertel, ehrlicher Stadtteil, dem man seine Probleme, aber auch seine Chancen ansieht, so beschreibt ihn Stadtrat Fulst-Blei. Und Stadträtin Sekmen bezeichnet ihn als lebenswerten Stadtteil im Norden. Die Geschichte[n] dazu hat Klaus Schillinger aufgeschrieben.

Waldkirchverlag, 2020
Hardcover, 21x21 cm, 184 Seiten, Preis: 25 Euro
ISBN: 978-3-86476-149-2


Die Ludwigshafener Walzmühle
Industriebau – Wahrzeichen – Zeitzeuge

Ludwigshafens Antwort auf das Mannheimer Schloss

Autoren: Arne Winkelmann und Timo Schuster

Titel WalzmühleDie Ludwigshafener Walzmühle war ein Jahrhundert lang eine der wichtigsten Großmühlen im Rhein-Neckar-Raum. Der Industriebau am Rheinufer prägte das Gesicht der Stadt und war ganz wesentlich identitätsstiftend für den Industriestandort Ludwigshafen.

Der bibliophil gestaltete Band beleuchtet die Firmengeschichte, die Funktionsweise einer Walzmühle, die Architektur der Gebäude sowie die Zwischen- und Umnutzung.

Neben zahlreichen historischen Abbildungen wird der Band von Timo Schuster mit Fotografien des Leerstands im Jahre 1993 und der Umnutzung im Jahr 2018 illustriert. Von Arne Winkelmann, Architekturhistoriker und Mitglied des Industrietempels, stammen die gründlich recherchierten und gut lesbaren Texte.

Antaeusverlag
Hardcover, 21,5 x 28,5 cm, 124 Seiten, Preis: 28 EUR
ISBN 978-3-947412-02-0


Die Altrheinbahn Osthofen - Rheindürkheim – Guntersblum
Geschichte einer rheinhessischen Nebenbahn

Schon vor 100 Jahren mit Akkutriebwagen unterwegs

Autor: Klaus Harthausen

Titel: die AltrheinbahnAn der Geschichte der Altrheinbahn von Osthofen - Rheindürkheim - Guntersblum, die ab 1897 in Betrieb ging, wird die Bahngeschichte Rheinhessens wieder lebendig. Wer weiß schon, dass ein so aktuelles Konzept, wie die Herstellung von Papier aus Stroh oder der Nebenbahnbetrieb mit elektrischen Akkutriebwagen bereits vor einhundert Jahren im Raum Worms Alltag waren?

Als vor rund 125 Jahren die rheinhessischen Nebenbahnstrecken in Betrieb gingen, war die Eisenbahn ein Hoffnungsträger und wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Entwicklung der Region. Das Buch spannt einen informativen Bogen vom bahnhistorischen Teil um 1900, über rheinhessischen Besonderheiten, wie dem Zuckerrübenverkehr und den Typenbauten der Bahnhöfe bis hin zu Kuriositäten, wie dem „feuerlosen“ Bahnbetrieb in der Rheinischen Strohstofffabrik.

Worms-Verlag, Dezember 2021,
96 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, Preis 18 €.
ISBN 978-3-947884-63-6

Quelle: www.rhein-neckar-industriekultur.de/node/8479