Alte Mälzerei und Hübner-Villa in Mosbach

Die Alte Mälzerei wurde bis 1908 als Industriegebäude von der Brauerei Hübner für die Malzverarbeitung erbaut und genutzt. Nach Umbau wird es seit 1997 als Kultur- und Tagungszentrum der Stadt Mosbach bewirtschaftet.

Das fünfgeschossige Gebäude mit ursprüngich 4.700 m² Nutzfläche gliedert sich in drei Bauteile:

  • Der Hauptbau mit dem im Raster angelegten Stützen-Träger-System (frühere Silohalle),
  • der Eingangsflügel mit Treppenhaus,
  • der Darrenturm.

Unter- und Erdgeschoss bestehen aus 86 und 74 cm starkem Sandstein-Mauerwerk. Die darüber liegenden Etagen bestehen aus 67, 54 und 41 cm starkem Vollziegel-Sichtmauerwerk. Das Tragwerk in den unteren drei Geschossen wird aus gußeisernen Stützen und Stahlträgern gebildet. Die Kappen sind ausbetoniert. Im 2. und 3.Obergeschoß finden sich Holztragwerk und Holzdecken.

Aus dem Gemeinderatsbeschluß zur Umnutzung: Die davorgestellte neue Eingangshalle soll in ihrer Transparenz kein konntrapunktisches Gegengewicht, sondern eine bescheidene, aber selbstbewußte Referenz an das "Jetzt und Hier" sein.

Die Hübner-Villa zeichnet sich durch zahlreiche Sandstein- und Holz-Schmuckelemente, insbesondere an der Eingangsseite aus. Selbst die Gauben sind nach den Gebäudeseiten verschieden gestaltet. Unklar ist eine Funktion des eigentümlichen Firstgitters: Wurde neben der Zierde an Blitzschutz gedacht?

Nutzung (ursprünglich)

Mälzerei und Direktoren-Wohngebäude

Nutzung (derzeit)

Ehemalige Mälzerei als Kultur- und Tagungszentrum Hübner-Villa als Büro-Gebäude

Geschichte

Die Hübner-Villa diente dem Direktor und Eigentümer Heinrich Hübner der gleichnamigen Brauerei als Wohnsitz. Etwas oberhalb wurde 1908 die Alte Mälzerei als Industriegebäude für die Malzverarbeitung erbaut und genutzt. 1960 wurden achtzehn 100-t-Silos eingebaut und das Flachdach durch ein Eternitgiebeldach ersetzt. In den 60er Jahren wurden bis zu 4.000 Tonnen Gerste jährlich zu Malz verarbeitet. Drei Wassertanks im Gebäude wurden von brauereieigenen Brunnen beschickt, die das Wasser für die gesamte Malz- und Bierproduktion speicherten. Die Brauerei-Nutzung endete 1983. Alle Betriebsgebäude außer der Hübner-Villa und dem Mälzereigebäude wurden zum Abbruch freigegeben. In einem Gutachten zur Bausubstanz zur Alten Mälzerei von 1990 werden nur Bauschäden am Flachdach und geringe Folgeschäden durch eingedrungenes Wasser beschrieben. Bauart und -ausführung in der Hanglage sind dominant und für das Stadtbild prägend. Die Standortsuche für eine zeitgemäße Mosbacher Stadthalle fand nach Jahrzehnten hier einen wirklich passenden Ort in einem modernem, saniertem historischen Gebäude. Nach dem Umbau wird es seit 1997 als Kultur- und Tagungszentrum der Stadt Mosbach genutzt.

Ca. 1980 wurden Luftfahrtexperten auf ein Flugzeug auf dem Dachboden der Alten Mälzerei hingewiesen. Es handelte sich bei dem Fund um einen Eindecker aus den Jahren vor 1914, von denen nur noch sehr wenige in europäischen Museen vorhanden sind. Das Flugzeug wurde von der Familie Sammet aus der Fliegergruppe Kornwestheim und der Museumswerkstatt des Auto & Technik Museums in Sinsheim restauriert. Seit 1983 wird es dort in der Eingangshalle an der Decke ausgestellt. Der Konstrukteur dieses Flugzeuges war Dr. Hugo Hübner, der 1926 nach dem Tode seines Vaters die Brauerei Hübner übernahm.

Eigentümer
Stadt Mosbach
Erbauer
Brauerei Hübner
Architekt
Umbau: Architektengemeinschaft Wolf/Dorbath und Partner
Bauzeit / Umbauten
1908, Umbau 1995-1996
Quellen
Autor/in
Jürgen Herrmann
Objektnummer
34
Adresse
Alte Bergsteige 7
74821 Mosbach
Geo
49.353113, 9.149197
Kontakt

Alte Mälzerei
Alte Bergsteige 7
74821 Mosbach
Tel. (06261) 92 92-0
Fax (06261) 92 92-11

Zufahrt

Nächste VRN-Haltestelle: Mosbach (Baden), Alte Mälzerei

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Öffnungszeiten

Alte Mälzerei bei Veranstaltungen geöffnet, Hübner-Villa nicht öffentlich

Denkmalschutz
Ja
Barrierefrei
Teilweise
Alte Mälzerei: ja Hübner-Villa: unbekannt