Myriametersteine am Rhein

Myriameterstein XXVI neben Haus Oberrhein – Foto Lutz Walzel.

Vielleicht sind Sie ja mal über diesen Stein gestolpert, und haben sich gefragt, was der bedeutet.

Myriametersteine sind Vermessungsmarken. Ein Myriameter (von altgriechisch μυριάς myrias „zehntausend“ – vgl. Myriade) entspricht 10.000 Metern, also 10 Kilometern.

Diese historischen Kilometersteine sind alle zehntausend Meter rechts und links des Rheins zwischen Basel und Rotterdam angebracht.

Die Central-Commission für die Rhein-Schiffahrt ordnete am 25. Mai 1864 in Amsterdam – nach der Begradigung des Oberrheins durch Gottfried Tulla – erstmals eine Gesamtvermessung des Rheinstroms an, die ihren Anfang an der Mittleren Brücke zu Basel (heutiger Rhein-km 166,6) nehmen und an der Rheinmündung enden sollte. Mitglieder waren die Rheinanliegerstaaten Baden, Bayern, Frankreich, Hessen, Nassau, Niederlande und Preußen.

Myriameterstein XXVI rechts, nebn Haus Oberrhein (Hafenamt) .0

Liste der Myriametersteine im Raum Rhein-Neckar
 

23 (XXIII)

396,6

linksrheinisch

Speyer

Nicht am Rheinufer, sondern ca. 200 m landeinwärts an einem Waldweg

396,7

rechtsrheinisch

Altlußheim

 

24 (XXIV)

406,5

linksrheinisch

Otterstadt

 

406,5

rechtsrheinisch

Ketsch

Auf der Ketscher Rheininsel

25 (XXV)

416,7

linksrheinisch

Altrip

Nicht am Rheinufer, sondern am Ufer eines Altrheins, direkt beim Motorboot Club-Altrip

26 (XXVI)

424,8

rechtsrheinisch

Mannheim (Handelshafen)

Zwischen Haus Oberrhein (Hafenamt) und Pegel Mannheim, stand ursprünglich bei km 426,5

27 (XXVII)

437

linksrheinisch

Bobenheim-Roxheim

 

437

rechtsrheinisch

Mannheim-Sandhofen

 

28 (XXVIII)

447

rechtsrheinisch

Biblis (Ortsteil Nordheim)

Auf der Maulbeeraue

29 (XXIX)

457

linksrheinisch

Worms-Ibersheim

Ibersheimer Wörth

457

rechtsrheinisch

Groß-Rohrheim

 

 

1867 wurde von der Central-Commission beschlossen, zur Kennzeichnung der Vermessungsergebnisse Vermarkungssteine, sogenannte Myriametersteine, zu setzen. Die Steine wurden aus Ibbenbürener Sandstein in den ungefähren Maßen 120×50×50 cm hergestellt und endeten in einer flachen, vierseitigen Pyramide. Alle vier Seiten waren beschriftet. Die Rheinseite trägt die Nummer des Steins in römischen Ziffern. Darunter beschreibt die Angabe AP die Höhe des Steins über dem Amsterdams Peil (Amsterdamer Pegel, entspricht NN), was wichtig für die Berechnung des Flussgefälles ist. Landseitig wurden die Entfernungen von Basel und bis Rotterdam angegeben. Weiterhin sind berg- bzw. talseitig teilweise die Entfernungen zu den nächsten Landesgrenzen vermerkt. Ursprünglich waren alle zehn Kilometer beidseits des Rheins schwarz-weiß angestrichene Steine gesetzt. Sie wurden ab 1883 durch Landeskilometrierungen ersetzt. Übergangsweise waren sie bis 1890 gültig. Heute werden sie z. T. noch als Festpunkte der Landesvermessung genutzt.

Quelle mit einer kompletten Liste aller noch existierenden Myriametersteine:
https://de.wikipedia.org/wiki/Myriameterstein