TIPPS

Der Oberrhein | Folge 20 | Verbindung zur Welt: Die Hafen- und Industriestadt Mannheim

youtube-video Folge 20

Und hier ein schönes Youtube-Filmchen über Mannheim von Marion Rapp (Projektkoordination bei der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg) und Thomas Hagenauer (Redaktion und Umsetzung des Projektes Online-Reportage Hoch- und Oberrhein)

youtu.be/5edAB7KAuTE

Drei neue interessante Bücher zur Industriekultur

Luzenberg
Vom Beginn der Industrialisierung im Mannheimer Norden bis heute

Der Luzenberg – ein Stadtteil mit Charakter.

Autor: Klaus Schillinger

Frontcover: LuzenbergDer Aufschwung im Mannheimer Norden begann 1853 mit der Ansiedlung einer Spiegelmanufaktur durch die französische Glashütte Saint-Gobain. Die Manufaktur errichtete für ihre Beschäftigten ein eigenes Wohndorf – die Spiegelkolonie. Sie zeichnete sich durch Kirchen, Geschäfte mit französischen Waren, ein Schulhaus, Kindergärten und eine Turnhalle aus.

Kiezcharakter, historische Siedlung, vorbildliches Arbeiterviertel, ehrlicher Stadtteil, dem man seine Probleme, aber auch seine Chancen ansieht, so beschreibt ihn Stadtrat Fulst-Blei. Und Stadträtin Sekmen bezeichnet ihn als lebenswerten Stadtteil im Norden. Die Geschichte[n] dazu hat Klaus Schillinger aufgeschrieben.

Waldkirchverlag, 2020
Hardcover, 21x21 cm, 184 Seiten, Preis: 25 Euro
ISBN: 978-3-86476-149-2


Die Ludwigshafener Walzmühle
Industriebau – Wahrzeichen – Zeitzeuge

Ludwigshafens Antwort auf das Mannheimer Schloss

Autoren: Arne Winkelmann und Timo Schuster

Titel WalzmühleDie Ludwigshafener Walzmühle war ein Jahrhundert lang eine der wichtigsten Großmühlen im Rhein-Neckar-Raum. Der Industriebau am Rheinufer prägte das Gesicht der Stadt und war ganz wesentlich identitätsstiftend für den Industriestandort Ludwigshafen.

Der bibliophil gestaltete Band beleuchtet die Firmengeschichte, die Funktionsweise einer Walzmühle, die Architektur der Gebäude sowie die Zwischen- und Umnutzung.

Neben zahlreichen historischen Abbildungen wird der Band von Timo Schuster mit Fotografien des Leerstands im Jahre 1993 und der Umnutzung im Jahr 2018 illustriert. Von Arne Winkelmann, Architekturhistoriker und Mitglied des Industrietempels, stammen die gründlich recherchierten und gut lesbaren Texte.

Antaeusverlag
Hardcover, 21,5 x 28,5 cm, 124 Seiten, Preis: 28 EUR
ISBN 978-3-947412-02-0


Die Altrheinbahn Osthofen - Rheindürkheim – Guntersblum
Geschichte einer rheinhessischen Nebenbahn

Schon vor 100 Jahren mit Akkutriebwagen unterwegs

Autor: Klaus Harthausen

Titel: die AltrheinbahnAn der Geschichte der Altrheinbahn von Osthofen - Rheindürkheim - Guntersblum, die ab 1897 in Betrieb ging, wird die Bahngeschichte Rheinhessens wieder lebendig. Wer weiß schon, dass ein so aktuelles Konzept, wie die Herstellung von Papier aus Stroh oder der Nebenbahnbetrieb mit elektrischen Akkutriebwagen bereits vor einhundert Jahren im Raum Worms Alltag waren?

Als vor rund 125 Jahren die rheinhessischen Nebenbahnstrecken in Betrieb gingen, war die Eisenbahn ein Hoffnungsträger und wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Entwicklung der Region. Das Buch spannt einen informativen Bogen vom bahnhistorischen Teil um 1900, über rheinhessischen Besonderheiten, wie dem Zuckerrübenverkehr und den Typenbauten der Bahnhöfe bis hin zu Kuriositäten, wie dem „feuerlosen“ Bahnbetrieb in der Rheinischen Strohstofffabrik.

Worms-Verlag, Dezember 2021,
96 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, Preis 18 €.
ISBN 978-3-947884-63-6

Besuch im alten Pumpwerk Neckarau

der SWR war mit seinem YouTube-Format „Room Tour“ bei dem Mannheimer Künstler Dietmar Brixy zu Gast, der mit seinem Partner in einem alten Klärwerk wohnt, das heute ein modernes Loft im Industrial Style ist und dem Künstler auch als Atelier und Show Room dient.

Altes Pumpwerk Neckarau, SWR-RoomTour

www.swr.de/RoomTour

Unterwegs auf dem Bermenweg - Basel

Am Rheinufer entlang...

Andreas Ruby

Einer der spannendsten öffentlichen Räume in Basel ist von der Schließung bedroht. Es handelt sich um einen 5 km langen Fahrrad- und Fußgängerweg, der am schönen Gebäude des Kraftwerks Birsfelden beginnt und am Solbad Muttenz endet. Es ist ein schmaler sogenannter Bermenweg, eingeschnitten in die Böschung des Rheins mit dem Fluss zur einen Seite und dem Hafen auf der anderen. Er führt durch zwei der drei Basler Häfen, den Birsfelder Hafen und den Auhafen, eine schweizerische Besonderheit, die man in keinem der Rheinhäfen flussabwärts auf der deutschen Seite findet...

Youtube screenshot

Hier ist die Route bei komoot. Leider ist die Route für Fahrradfahrer teilweise gesperrt.

screenshot komoot

Zeit zum (Vor-)Lesen

Titel: Wie die Industrie nach Mannheim kam - ISBN 978-3-95505-160-0„Wie die Industrie nach Mannheim kam"

Das Zeitalter Friedrich Engelhorns 1820 – 1900“.

So heißt das kürzlich erschienene Jugendbuch von Volker Keller und dem Grafiker Christof Clasen. Über 30 Episoden zu bekannten Mannheimer Firmen werden erzählt, von den Mühlen bis zu den Maschinenfabriken und natürlich zur Chemieindustrie. In kompakten Artikeln beschreibt Keller anschaulich die Produktionsabläufe und sogar chemische Prozesse. Er stellt Zusammenhänge der Stadtentwicklung dar, schildert das Alltagsleben der einfachen Leute und die Errungenschaften der Forschung.

Als Erzähler tritt Friedrich Engelhorn auf, der Gründer der BASF. Sein Leben ist durchaus abenteuerlich. Allerdings ist an einigen Stellen die Perspektive des Fabrikdirektors allzu deutlich erkennbar. Die Arbeiter*innen- und Gewerkschaftsbewegung kommen nur als eine kurze Randbemerkung vor.

Auch für Erwachsene ist das Buch ein Gewinn, deshalb: am besten vorlesen!

ISBN 978-3-95505-160-0
56 Seiten, 166 Abbildungen, 14,80 Euro

Jahr der Industriekultur 2020 in Leipzig

Programm-Jahr-der-Industriekultur2020_Seite_1.jpg Bis heute sind sie Zeugen der Industrialisierung im 19. Jahrhundert, die für Leipzig prägend war - großflächige Industriekomplexe, erbaut aus solidem Backstein.

Wo einst die Spinnmaschinen ratterten, Schlote rauchten und tausende Arbeiter ihr Tagwerk vollbrachten, ist in den letzten Jahren neues Leben eingezogen. Heute finden sich in früheren Fabriken wie der Baumwollspinnerei oder dem Tapetenwerk Künstlerateliers, Galerien und Manufakturen. Industriekultur kann man hier wörtlich nehmen. Anderswo wurde aufwendig saniert und es entstanden schicke Loftwohnungen oder Räume für junge Start-ups.

Das Jahr 2020 steht in Sachsen ganz im Zeichen der Industriekultur. Unter dem Motto "Industrie. Kultur. Sachsen." wird es im gesamten Freistaat zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen geben - natürlich auch in Leipzig!

www.leipzig.travel/de

Junghans-Terrassenbau-Museum in Schramberg

Terassenbau Junghans, Foto Barbara Ritter Zur Industriekultur im Schwarzwald gehört das seit 2018 zugängliche Junghans-Terrassenbau-Museum in Schramberg: Ein lichtdurchfluteter  Bau, der sich in neun Stufen das enge Tal hinaufzieht. Hier wird die Geschichte der Schwarzwalduhren präsentiert, das sind weit mehr  als die bekannten Kuckucksuhren. Auch Standuhren und Musikuhren gehören dazu. Das Familienunternehmen Junghans, 1861 gegründet, wird 1903 mit ca. 3000 Beschäftigten zur größten Uhrenfabrik der Welt. Junghans ist mit Zündern in die Kriegsproduktion der beiden Weltkriege eingebunden. Interessant sind die vielen Designklassiker, seien es Küchenuhren, Wecker oder edle Armbanduhren.

Mehr infos unter: Wikipedia und auf der Webseite des Junghans-Terrassenbau-Museums

Rottweil – entmilitarisierte Industriekultur

Eingang E-Werk Rottweil, Foto Barbara Ritter Rottweil ist bekannt als älteste Stadt in Baden-Württemberg. Unterhalb der Stadt drängt sich die ehemalige Pulverfabrik ins enge Neckartal. Max von Duttenhofer erfindet hier 1884 das rauchlose Schießpulver, eine Sensation für das Waffengeschäft. Die Pulverfabrik gehört zu den ganz großen Playern – vor allem in den Kriegen. Die Munitionsproduktion wird nach 1945 demontiert. Bis 1994 wird hier noch „Kunstseide“ hergestellt. Die Umnutzung der Gebäude beginnt. Eine bunte Mischung von Kunst, Handwerk, Produktion, Gastronomie und Eventkultur entsteht.

Viele Infotafeln erklären ausführlich die Geschichte des weitläufigen Areals. Ein lohnender Spaziergang!

Im Sommer 2019 führte das Zimmertheater Rottweil die Revue „Schuss nach hinten – Backfire Blues für Max“ auf, bei der Boris Ben Siegel vom Mannheim Theater Oliv mitspielt.

Mehr Infos unter Wikipedia  und Webseite der Stadt Rottweil

„Die größte Dampfmaschine der Welt”

181008-12-Cruquius.jpg Das Pumpwerk De Cruquius (niederländisch Gemaal De Cruquius) aus dem Jahr 1849 ist eines von drei historischen Dampfschöpfwerken, mit denen der Haarlemmermeerpolder in der niederländischen Provinz Nordholland trockengelegt wurde. Das Pumpwerk und die Ortschaft, in der es steht, wurden nach Nicolaus Samuelis Cruquius benannt, einem berühmten, niederländischen Wasserbaukundigen.

Es war bis 1933 in Betrieb, ab 1934 wurde es als Museum eingerichtet. Das Pumpwerk wurde zum Rijksmonument erklärt.

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