Spaziergang über den Mannheimer Handelshafen

Der Mannheimer Hafen gehört zu den bedeutendsten Binnenhäfen Europas. Wir laden Dich zu einem kurzen Spaziergang ins Herz des Handelshafens ein. Wir werden einige spektakuläre Ausblicke haben. Die Tour dauert ca. 1,5 Stunden (mit Pausen zu betrachten). Unterwegs gibt es einige Treppen, aber auch barrierefreie Alternativen. Links verweisen auf Beschreibungen der einzelnen Objekte.

Noch drei Tipps vorneweg:

  • Bei starkem Wind ist der Weg – vor allem auf der Brücke –  eher unangenehm.
  • Zum Sonnenuntergang hat man zwar eine tolle Stimmung, aber vieles ist im Schatten kaum zu sehen.
  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Teufelsbrücke leicht erreichbar. Parken kann man leichter auf der Hafenseite, also z. B. „Verbindungskanal Linkes Ufer“.

Die Karte zeigt nur die Objekte, nicht den Weg!

Wir starten auf der Teufelsbrücke.

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Teufelsbrücke in Mannheim

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49.4943542, 8.4557565

Die Teufelsbrücke ist die älteste erhaltene Brücke in Mannheim. Sie ist die mittlere von drei ehemals beweglichen Brücken über den Verbindungskanal, einem 1878/79 erbauten Hafenbecken, zwischen dem Stadtteil Jungbusch und der Mühlauinsel. Beinahe wurde sie 2009 abgerissen. Sie ist nur dank dem heftigen Widerstand der Jungbusch-Bevölkerung erhalten geblieben.

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Von hier aus hat man einen tollen Blick auf den Jungbusch mit der stylisch umgenutzten Kauffmannmühle. Früher war der Stadtteil ein gediegenes Kapitänsviertel, dann als Rotlichtmilieu und Sanierungsgebiet verschrien, heute ein Beispiel für erfolgreiche Kreativwirtschaft, Gentrifizierung und Ausgehmeile.

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Kauffmannmühle - Erste Mannheimer Dampfmühle

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49.495022, 8.457255

Die Kauffmannmühle war die erste von sechs der dampfgetriebenen Großmühlen, die Mannheim um die vorletzte Jahrhundertwende zu einem bedeutenden  Mühlenzentrums in Süddeutschland machen sollte. Der Gebäudekomplex am Verbindungskanal ganz in der Nähe der Teufelsbrücke stammt aus dem Jahr 1883 und wurde zu Wohnzecken umgebaut.

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Zwischen der Mühle und dem Kubus des „C-Hub“ finden wir die städtische Galerie Port 25 „Raum für Gegenwartskunst“. Auf der Terrasse am Ufer weht meist ein angenehmer Wind.

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Port 25 – ehem. Teil der Kauffmannmühle in Mannheim

Geo
49.494657, 8.45684

Zwischen der Mühle und dem Kubus des „C-Hub“ duckt sich die städtische Galerie Port 25 „Raum für Gegenwartskunst“- eine gelungene Mischung aus historischen Fassaden und Sichtbeton. Das Haus war einst mit der Kauffmannmühle baulich verbunden. Auf der Terrasse am Ufer weht meist ein angenehmer Wind. 

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Auf der rechten Seite des Teufelsbrücke ist die Aral-Tankstelle (die mit den legendären Käsebrezeln) und ein hohes 50er Jahre Gebäude mit einer imposanten Dachlandschaft.

Wir gehen auf der Jungbusch-Promenade direkt am Wasser bis zu Kurt-Schumacher-Brücke.

Über den Verbindungskanal hinweg ist die Betonmischanlage von TBS-Transportbeton und das faszinierende Wandgemälde an der Betonwand in voller Breite zu erkennen.

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TBS-Transportbeton

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49.4942067, 8.4539818

Das Betonwerk, umgeben von kolossalen Beton-Brücken und -Trassen, stellt u.a. Recyclingbeton her. Die beste Sicht hat man von der Schumacher-Brücke. Von der Teufelsbrücke fällt das grandiose Wandbild von Benjamin Burkard ins Auge.

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Wir erreichen die Kreuzung unterhalb der Kurt-Schumacher-Brücke und wenden uns nach rechts zur Spatzenbrücke.

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Spatzenbrücke

Geo
49.491466794612, 8.4552557819595

Die 1874 gebaute Spatzenbrücke führt über den Verbindungskanal. Je nach Wasserstand und Beladung der Kies-, Sand- und Zement-Schiffe wird sie für die Durchfahrt gedreht. So können Frachtschiffe den Ladekai von TBS-Transportbeton erreichen. Vom Neckar kommend müssen die Schiffe einen Umweg über den Rhein und den Mühlauhafen nehmen, da die Durchfahrt bei der Teufelsbrücke geschlossen ist.

2002/2003 wurde die Brücke aufwendig saniert.

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Hinter und über uns rauscht jetzt der Verkehr auf der Kurt-Schumacher-Brücke zwischen Mannheim und Ludwigshafen. Die verschlungenen Auf- und Abfahrten sind nicht nur für Ortsfremde schwer zu durchschauen.

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Kurt-Schumacher-Brücke zwischen Mannheim und Ludwigshafen

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49.491247, 8.449235

Die 1972 fertig gestellte Kurt-Schumacher-Brücke ist die zweite direkte Verbindung zwischen Mannheim und Ludwigshafen. Vor allem vom Fuß- und Radweg der Bücke aus hat man teilweise spektakulär Blicke auf die Brückenkonstruktion sowie auf den Mannheimer und Ludwigshafener Hafen und die umgebenden Industrie- und Gewerbeanlagen.

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Bei der Spatzen-Brücke gelangen wir zum Treppenaufgang auf die Kurt-Schumacher-Brücke. Wir nehmen die breite Treppe nach oben. Beim ersten „Stockwerk“ wenden wir uns nach links bis ganz außen. Dann geht es weiter nach oben bis wir schließlich auf dem Geh- und Radweg ankommen.

Barrierefrei erreicht man diese Stelle über die Akademiestraße. Von dort startet der Rad-/Fußweg auf die Kurt-Schumacher-Brücke.

Bitte auf die oft sehr schnell fahrenden Radler in beiden Richtungen achten! Wir laufen nun langsam auf dem Geh- /Radweg Richtung Ludwigshafen.

Der tolle Blick lohnt diesen Aufstieg durch das düstere Betondickicht.

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Hafenansicht von der Kurt-Schumacher Brücke

Geo
49.4914467, 8.4542216

Der kurze Weg entlang der Kurt-Schumacher-Brücke gibt tolle Blicke auf Mannheim als Hafenstadt frei. Bei gutem Wetter kann man bis in den Industriehafen schauen. Vom Verbindungkanal, über das Mühlaubecken bis zum Rhein. Ein Teil der Strecke verläuft wind- und lärmgeschützt unterhalb des Straßenniveaus.

 

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Zuerst der Verbindungskanal, dann das Containerterminal, das Mühlau-Hafenbecken, der „Hechtkopf“ mit den Speichern und der Rhein mit Blick auf die BASF.

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Containerterminal im Mannheimer Handelshafen

Geo
49.49005, 8.45292

Die Logistikfirma Contargo betreibt am Mühlauhafen im Mannheimer Handelshafen den Containerterminal mit fünf Containerkranen. Ob über den Rhein, die Schiene oder per LKW werden Container von Mannheim zu den nördlichen Seehäfen oder von dort nach Mannheim transportiert.

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Wir laufen noch hundert Meter weiter Richtung Ludwigshafen über den Rhein. Jetzt können wir die Anlagen der BASF fast in ihrer ganzen Länge überblicken. Sie ist mit einer Ausdehnung von 10 Quadratkilometern tatsächlich immer noch die weltgrößte zusammenhängende chemische Fabrik. Der Rhein ist hier pfeilgrade ausgebaut, der sog. Friesenheimer Durchstich.

Am Mannheimer Rheinkai stehen moderne Getreidespeicher. Der Hafen sah vor 80 Jahren mit seinen alten Speicheranlagen an dieser Stelle aus den 1880er Jahren ganz anders aus.

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Getreidelagerhäuser am Mannheimer Rheinkai

Geo
49.4939181, 8.4442678

Die beiden Gebäude sind klassische Getreidelagerhäuser: der fast fensterlose Silospeicher, der durchfensterte Block für die Schüttböden und in der Mitte der Maschinenturm. Alles in glatten Look und kubischen Format der 1950er Jahre. Welcher Kontrast zu den historischen Speicherbauten, die hier vor dem Zweiten Weltkrieg standen!

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Wir gehen nun wieder zurück. Der Treppenabgang ist jetzt leicht zu bewältigen. Auf der Rheinstraße überqueren wir die Straße „Verbindungskanal Linkes Ufer“ und biegen danach rechts ein in die Güterhallenstraße.

Im Sommer ist es hier lauschig grün und schattig, eine Wohltat nach dem Spaziergang auf der Brücke. Nach wenigen Metern tauchen rechts Häuser auf, die zu einer Siedlung von Beschäftigten der Bahn gehören, die sich in der Güterhallenstraße noch bis zur Neckarspitze weiterzieht. Auch einige Lagerhäuser und Verwaltungsgebäude sind aus dieser Zeit erhalten. In einigen dieser Häuser haben sich Künstler mit Ihren Ateliers angesiedelt, aber im Wesentlichen wird hier noch viel gelagert bzw. umgeschlagen.

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Die Güterhallenstraße im Mannheimer Handelshafen

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49.4932869, 8.4526004

Nach der Fertigstellung des Mühlau-Hafenbeckens wird im Jahre 1875 auch der Zentralgüterbahnhof (heute Hauptgüterbahnhof) eingeweiht. Zahlreiche Lagerhallen, Verwaltungsgebäude und Wohnhäuser vor in der Güterhallenstraße zeugen noch von diesem wichtigen Güterumschlagplatz.

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Bald treffen wir auf die „Verlängerte Jungbusch-Straße“. Wir laufen noch ein paar Meter weiter an den dunkelroten Güterhallen vorbei. Auf der rechten Seite werden ehemalige Verwaltungshäuser saniert.

Wenn wir hier einen Kilometer weitergingen, träfen wir auf die ehemalige Siedlung Neckarspitze und zur Mündung des Neckars in den Rhein.

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Eisenbahnersiedlung des Zentralgüterbahnhofs im Mannheimer Handelshafen

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49.50124, 8.446115

30 Jahre nach Baubeginn der Arbeitersiedlung wurden 1904 am südlichen Rand in der Neckarspitze die letzten Häuser errichtet. Wegen der besseren Grundstücksausnutzung entschloss sich der Bauherr für Geschosswohnungen mit zwei Einheiten pro Stockwerk. Die dreigeschossigen schlichten Backsteinhäuser weisen nur sparsamen architektonischen Schmuck auf, wie z.B. Sandsteinsockel oder Sandsteinrahmung von Haustüren und Fenster.

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Wir laufen jedoch nur ca. 100 Meter bis zur Einmündung der Binnenhafenstraße (rechts).

Der Straßenname ist praktisch das Einzige, was von den beiden Becken des 1887 ausgehobenen Binnenhafens übriggeblieben ist. Um 1970 wurden sie jedoch verfüllt, weil sie für die immer größer wendende Schiffe zu eng waren.

Das schmucklose Gebäude, auf das wir zulaufen, ist ein ehemaliges Lager der GEG-Großeinkaufsgesellschaft der Konsumgenossenschaften, das bis zur Zerstörung im Krieg ausgesprochen imposant wirkte. Am Industriehafen gibt es von der GEG noch eine Mühle, Teigwaren- und Malzkaffeefabrik. Außerdem die ehemalige Zentrale der Konsumgenossenschaft bzw. von coop.

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ehem. GEG am Binnenhafen

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49.4962524, 8.4511911

Der spärliche Rest des Lagerhauses der GEG (Großeinkaufgesellschaft deutscher Konsumvereine) und der verfüllte Binnenhafen bieten die Gelegenheit, darüber nachzudenken, woher die GEG ihre Waren bezogen hat – auch die „Kolonialwaren“.

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Wir laufen auf der Binnenhafenstraße entlang des neuen fensterlosen Gebäudes zurück zur verlängerte Jungbuschstraße und biegen dort nach links Richtung Stadt.

Auf der rechten Seite kommen wir nun am ehemaligen Elektrizitätswerk des Güterbahnhofs aus dem Jahr 1894 vorbei. Heute wird es als Reparaturwerkstatt der Hafengesellschaft genutzt.

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ehem. Elektrizitäts-Werk im Handelshafen

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49.4945445, 8.4535147

Das alte "Elektrizitätswerk im Zentralgüterbahnhof Mannheim" ist technikgeschichtlich ein bedeutsames Gebäude aus dem Jahr 1894, sechs Jahre vor der öffentlichen Stromversorgung. Seit vielen Jahren wird es als Werkstatt der Hafengesellschaft genutzt.

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Der kleine Turm auf der linken Seite ist eine Erinnerung an den Holzhandel Luschka und Wagenmann, der nach Friedrichfeld gezogen ist. Das Nationaltheater hatte schon seit langen Jahren hier Werbung gemacht. Nun soll auf dieser aktuellen Brachfläche das neue Zentrallager für das Mannheimer Nationaltheater entstehen.

Noch ein paar Schritte und wir sind wieder auf der Teufelsbücke angelangt. Ich hoffe, der Spaziergang hat Dir gefallen.