Presse

Mannheimer Morgen, Mopdose, Mehlpackung und noch mehr gesucht

Mannheimer Morgen

Verein Rhein-Neckar-Industriekultur bereitet Ausstellung zum alten Konsum vor

„Konsum“ – mit der Betonung auf der ersten Silbe! Die Älteren kennen noch die gängige Einkaufs-Vokabel und auf die Erinnerung dieser frühen Kunden setzt der Verein Rhein-Neckar-Industriekultur. Er will mit alter Mopdose für den Wischeinsatz, mit Rabattmarkenheftchen, vergilbten Fotos oder frischgebliebenen Einkaufsgeschichten eine Ausstellung im Technoseum bestücken.

Der Verein Rhein-Neckar-Industriekultur bittet um die leihweise Überlassung von Erinnerungsstücken von der Seife über die Mehltüte bis zur Cremedose.
Kontakt:
Telefon: Barbara Ritter 0621-448823,
E-Mail: Seibert@rhein- neckar-industriekultur.de

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Besser geht's kaum

Rheinpfalz

Engagement für die Denkmalpflege in Rheinland-Pfalz ist vor kurzem mit dem Sparkassen Denkmalpreis ausgezeichnet worden. Zu den Preisträgern gehört die renovierte ehemalige Filzfabrik Melchior Hess in Speyer – ein Beispiel für die Umwandlung eines Industriebaus zu Wohnzwecken.

Mühlen-Ausbau vor dem Start

Mannheimer Morgen

Kaufmannmühlen-Besitzer Suhl will nach langem Hin und Her 22 Millionen Euro am Verbindungskanal investieren. Von Anke Philipp.

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Jetzt also doch „Barock”

Mannheimer Morgen

Der Neubau soll idealtypisch dem Zustand des Scherer-Palais nachempfunden sein / Bürger-Proteste erfolgreich. Von Roger Scholl.

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zum Objekt

Mannheimer baut Museum der stummen Mannequins auf

Mannheimer Morgen
Der Mannheimer Kulturhistoriker Wolfgang Knapp sammelt Schaufensterpuppen. Foto: AfP Asel

Seit fast 200 Jahren unterwerfen sie sich, ohne mit der Wimper zu zucken, dem jeweiligen Modediktat. Sie lächeln uns aus Schaufenstern entgegen- doch wer glaubt, er kennt sie, der täuscht sich: Schaufensterpuppen haben sich seit ihrem ersten Auftritt Mitte des 19. Jahrhunderts in den feinen Ateliers der Pariser Schneidermeister ebenso rasant verändert wie die Mode selbst.

Nostalgische und historische Schaufensterfiguren gelten daher als ausgesprochen wertvolle Sammlerobjekte. Begegnen sie uns heute zumeist auf das Wesentliche reduziert, nicht selten sogar gesichts- oder kopflos, wurden in früheren Zeiten realistische Darstellungen bevorzugt: die kühl blickende 1920er-Jahre-Schönheit oder in den 1950er-Jahren sogar Dickbäuchige und Karikaturfiguren.

Geschichte der stummen Mannequins

Eine große Sammlung solcher Schaufensterfiguren hat Wolfgang Knapp zusammengetragen. Der Mannheimer Kulturwissenschaftler und Kunsthistoriker betreut ein in Deutschland einzigartiges Projekt: den Aufbau eines Archivs und Museums zur Geschichte der Schaufensterfigur. Sozial-, Kunst- und Industriegeschichte sollen dabei spannend miteinander verflochten werden.

Das Vorhaben „Dauerausstellung“ ist zwar noch im Werden, doch aktuell widmet der Verein Industriekultur Rhein-Neckar - gerade von Mannheims Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz für sein ehrenamtliches Engagement als Schützer und Bewahrer der Kulturgüter der Region ausgezeichnet - den stummen Verkaufshelfern im Secondhand-Kaufhaus „Markthaus“ in Mannheim-Neckarau eine eigene Ausstellung mit vielen Fotos.

Darunter befindet sich eine Serie über die Herstellung und Kreation von Schaufensterfiguren in einem Mannheimer Betrieb. „Immer anziehend - Schaufensterfiguren in Kunst und Kommerz“ heißt sie und ist bis einschließlich 30. März geöffnet. Wolfgang Knapp wird am heutigen Freitag um 17 Uhr einen Vortrag zur Geschichte der Puppen halten und hat viel zu erzählen: „Wer sich ein wenig mit diesem Thema befasst, wird auch heutige Schaufensterpuppen mit ganz anderen Augen sehen“, betrachtet er die stummen Mannequins nicht als Mittel zum Zweck, um Mode zu transportieren, sondern als echtes Kulturgut. „Die Geschichte der Schaufensterfiguren spiegelt den Wandel der Schönheitsideale, von Moral und Zeitgeist, Sozial- und Industriegeschichte wider“, so Knapp, und dass die Figuren zugleich zu den wichtigsten Erfindungen visuellen Marketings zählen. Für die geplante Dauerausstellung sucht er derzeit nach Partnern und Sponsoren in der Metropolregion. Die Zusammenarbeit mit einem Museum hält Knapp für ebenso denkbar wie die Kooperation mit einem Partner aus der freien Wirtschaft.

„Das Deutsche Schaufensterfiguren-Museum beispielsweise in ein bestehendes Modehaus einzubetten - ein reizvoller Gedanke“, findet der Kulturwissenschaftler.

Von Heike Warlich-Zink

Schreiber nimmt dir alle Sorgen

WOCHENBLATT Mannheim

Die Erfolgsgeschichte eines Lebensmittelhändlers in Neckarau. Von Veith Lennartz

Wir schreiben das Jahr 1850. Es ist die Zeit des demokratischen Aufbruchs. Gleiches Wahlrecht für alle wird gefordert, Handelsschranken sollen fallen, und die Kleinstaaterei soll ein Ende finden. In wenigen Jahren wird die Mannheimer Akte für freie Schifffahrt auf dem Rhein von Basel bis ans Meer sorgen. In der Quadratestadt beginnt ein wirtschaftlicher Aufschwung, noch leben in Mannheim nur 25.000 Menschen.

Die Gelegenheit scheint günstig für Johann Schreiber. In T 1,6, am damaligen Neckartor, gründet er ein Handelsgeschäft mit Kolonialwaren, und im Laufe der Jahre häuft er ein kleines Vermögen an. 1881 übernehmen seine Söhne Georg, Konrad und Heinrich das Geschäft, 60.000 Einwohner zählt Mannheim inzwischen, Tendenz steigend. Entsprechend rasant geht es bei Schreibers aufwärts, zahlreiche Filialen werden in den verschiedenen Stadtteilen und später auch in den Nachbargemeinden Ludwigshafen, Speyer, Schwetzingen, Heidelberg, Weinheim und Viernheim eröffnet. Über ihren Großhandel beliefern die Schreibers inzwischen auch Württemberg und Bayern.

Weil das Haus in T 1,6 zu klein geworden ist, kommen die Häuser 7 und 8 dazu und werden zu fünfstöckigen Lagergebäuden umgebaut. Doch die Firma platzt aus allen Nähten, und so beschließt man einen Neubau. Der soll verkehrstechnisch günstig liegen, und da kommt das Grundstück in Neckarau an der Rheintalbahn wie gerufen. Ende 1913 ist Baubeginn, bei Kriegsausbruch 1914 steht der Rohbau, aber mangels Arbeitskräften wird das Gebäude erst 1917 fertig.

Auf 12.000 Quadratmetern ist modernste Logistik entstanden mit Warenaufzügen und internen Transportmitteln zum Be- und Entladen und Stapeln. Auf dem Hof ist Platz für Autos und Pferdefuhrwerke. Und das alles gibt es im neuen Areal: eine Kaffeerösterei für Bohnenkaffee, eine Anlage zur Herstellung von Malzkaffee, eine Sauerkrautfabrik mit Bottichen für je 50 Zentner und eine Wein- und Apfelweinkelterei. Außerdem werden Lebensmittel für den Einzelhandel verpackt.

Und so hat sich Schreiber 1937 im Mannheimer Adressbuch vermarktet: „Die Hausfrau spricht: was koch ich morgen? Schreiber nimmt dir alle Sorgen. Urahne, Großmutter, Mutter und Kind wissen, wo Schreiberläden sind. Jeder Zweifel ist verschwunden, Schreiber leistet Dienst am Kunden.“

Mannheim hat übrigens inzwischen 280.000 Einwohner.

Nach dem Zweiten Weltkrieg geht es gleich weiter und steil bergauf. Man kauft beim Schreiber – oder auch beim Konsum. Der Konsum wird später zu co-op, und dieser co-op kauft die Schreiber-Filialen zu einer Zeit auf, als es für den Einzelhandel eng wird auf dem Markt, mit stetig wachsender Konkurrenz. 120 Jahre Schreiber gehen zu Ende. Und ausgerechnet mit co-op geht Schreiber schließlich auch unter. Managementfehler haben das Unternehmen ruiniert.

Der Gebäudekomplex in der Fabrikstationstraße in Neckarau wird von der Fleischfabrik Müller aufgekauft. Heute sind eine Fleischwarenfabrik, verschiedene Firmen, das Fotostudio und Atelier „Fabrikstation“ und Schulungsräume in den Gebäuden untergebracht. Donnerstags ist für alle Wurst- und Fleischverkaufstag.

Das große dreistöckige Lagerhaus ist am besten von der anderen Seite der Bahnlinie, der Siemensstraße aus zu sehen. Die Fassade gleicht ein wenig einem griechischen Tempel, farblich außergewöhnlich schön mit Orangetönen und Grau gestaltet und mit weißen Putzornamenten verziert. Ein Schmuckstück inmitten eines grauen Industrie-Areals und ein Stück Mannheimer Geschichte.

Was wird aus der Kauffmannmühle?

WOCHENBLATT Mannheim

Um 1900 war Mannheim größtes Mühlenzentrum Süddeutschlands. Von Veit Lennartz

Vor allem der Bau des Industriehafens wirkte wie ein Magnet auf die Branche, es gab genügend Platz für die riesigen Mühlen- und Speichergebäude und der Rhein war ein idealer Transportweg. Sechs Mühlen säumten allein die Ufer des Industriehafens, Namen wie Goldpuder oder Aurora machten Produkte aus Mannheim europaweit bekannt. Kauffmannmühle, Germania Mühlenwerke, Pfalzmühle, Parkmühle, Hildebrandmühle, Hubermühle, Rheinmühlenwerke und Bunge – ehemals Verein deutscher Ölfabriken – so lauten die Namen und die meisten Mühlen sind noch in Betrieb.

Die riesige Kauffmannmühle, mit dem massiven Silo und den ehemaligen Mahl- und Verwaltungsgebäuden am Verbindungskanal im Jungbusch spielt in Mannheim eine besondere Rolle. Was hat dieser Bau nicht für Fantasien beflügelt: Eventcenter, Lofts, schickes Wohnen am Hafenbecken, es wurde entworfen, geplant und verhandelt. Heute steht die alte Kauffmannmühle baufällig am Rande des Kiez‘, rottet mit jedem Jahr mehr vor sich hin und bremst die Entwicklung am Verbindungskanal, wo Popakademie, Musikpark und Studentenwohnheime Akzente setzen. Nur im ehemaligen Verwaltungsgebäude haben sich die Internet-Firma digi-info, Radio Sunshine und die Künstlerinitiative zeitraumexit niedergelassen.

Die Kauffmannmühle war die erste der sechs dampfgetriebenen Mannheimer Mehlmühlen. Angefangen hat alles mit dem Handelsgeschäft für Material-, Farb- und Spezereiwaren, das der Heidelberger Händler Eduard Kauffmann in Mannheim 1839 eröffnete. Seine Söhne betrieben eine Mühle im Schriesheimer Tal, ein Standort, der sich bald als ungünstig herausstellte. Man wuchs und brauchte immer mehr Getreide aus der ganzen Welt – der Transportweg war vor allem das Wasser. Deshalb zog man 1883 in den Hafen nach Mannheim, wo ja auch schon der Vater aktiv war.

Das riesige, 30 Meter hohe Silo aus gelbem und rotem Sandstein hatte Kammern für 70.000 Zentner Getreide. Gegenüber entstand das Verwaltungsgebäude und daneben an der Ecke Hafenstrasse und Böckstrasse das eigentliche Mühlengebäude. Die Konkurrenz schlief natürlich nicht und so musste rationalisiert werden. Es kam zu Konzentrationen. Die Pfälzischen Mühlenwerke – eine Großmühle im Industriehafen – beteiligte sich in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts maßgeblich am Grundkapital. Die Kauffmanns hatten nicht mehr viel zu sagen, durften aber im Aufsichtsrat Platz nehmen.

Obwohl so riesig und ein offensichtliches Ziel für Angriffe, überstand die Kauffmann-Mühle den Zweiten Weltkrieg ohne nennenswerte Schäden. Die Produktion wurde wieder aufgenommen, die Geschäfte liefen gut, aber dann kamen Vorschriften zur Strukturanpassung wegen Überkapazitäten. Das Aus kam 1960 nach 77 Jahren. Die Marke „Rheingold”, die das Werk bekannt gemacht hatte, verschwand.

Sie zeigt, was frau so drunter trug

RheinNeckarZeitung Online

„Lachsfarben” war bei weiblicher Unterwäsche in den fünfziger Jahren der letzte Schrei. Der ertönte aus Frauenmund jetzt auch mehr als nur einmal im Museum der Stadt angesichts der in Glasvitrinen ausge­stellten „Panzer”, die vor noch nicht allzu langer Zeit die Körper der Damen einschnürten und umhüllten. (keke)

Barbara Ritter vom Verein „Rhein-Neckar-Industriekultur” und Claudia Buggle vom Museum wagten zum Firmenjubiläum der Miederwarenfabrik „Felina” einen Blick und zeigten, was „frau” so alles drunter trug. Foto: Dorn

Zum 125. Geburtstag der Mannheimer Mieder­warenfabrik „Felina” hat Museumsleiterin Claudia Buggle mit Unterstützung der Vorsitzenden des Vereins „Rhein-Neckar-Industriekultur”, Barbara Ritter, eine Ausstellung zusammengetragen, die „im Dienste der schöneren weiblichen Figur” noch bis zum 18. Dezember all das zur Schau stellt, was die Damenwelt seit eineinviertel Jahrhunderten „darunter” trägt.

„Heiße Fotos” an den Wänden des Treppenaufgangs zur oberen Etage stimmen auf das ein, was den Besucher dort erwartet: Die Geschichte von Korsage und Korsett, Corselet und Hüftgürtel, Damen-Unterwäsche und Büstenhalter. Letzterer von Claudia Buggle als ein „Wäschestück” definiert, das „die weibliche Brust gegen die Schwerkraft stützen, formen und dekorieren” soll. Was „Felina” bis heute gelingt. Das 1885 von Eugen Herbst in Rappenau als Korsettnäherei gegründete und fünf Jahre später als Korsettmanufaktur nach Mannheim umgezogene Traditionsunternehmen hat den BH zwar nicht erfunden, aber bereits 1914 seinen ersten Trikot-Büstenhalter unter dem Namen „Felina” („Kätzchen”) angemeldet.

Wenig später erregte Felina als Vorreiter mit dem „atmenden Büstenhalter” und „BH mit elastischen Trägern” ebenso Aufsehen wie 1968 mit der leichtbekleideten Uschi Glas. Als Werbeikone offenbarte die Schauspielerin einem Millionenpublikum im Felina-BH frivol „Uschis Schätzchen”.

Neben den „Lachs-Schnitten” im Stadtmuseum machen Dutzende von Zeichnungen der Werbegrafikerin Edith Lindenmeier Appetit. Durch Zufall wurden die in Aktenordnern abgehefteten Originale auf einem Dachboden entdeckt. Doch die Ausstellung zeigt noch mehr: Fotografien aus dem in der Mannheimer Neckarstadt gelegenen Werk von damals und heute ebenso wie Felina-Anzeigen aus 125 Jahren Firmengeschichte. 1893 wurde dem Unternehmen eine Kartonagenfabrik angegliedert. 1907 kam eine Metallwarenfabrik zur Herstellung der Hakenbänder, Schließen und Stäbchen hinzu. In seiner Glanzeit zählte das Unternehmen mehr als 2500 Beschäftigte. 90 Prozent der Belegschaft bestand aus Frauen. Barbara Ritter: „Felina wurde zum Vorreiter für Frauenarbeit in Mannheim”.

1944 wurden die Fabrikanlagen durch einen Bombenangriff fast vollständig vernichtet. Doch der Wiederaufbau gelang. Mehr als 250 Felina-Produkte werden heute weltweit in 60 Ländern vertrieben, in der Produktion Monat für Monat rund 25 Tonnen Metall in Stäbe, Spiralen, Beschläge, Verschlüsse und Haken verwandelt. In den 1970er Jahren erklomm Felina Rang zwei im deutschen Miedermarkt - und wurde 1982 von einer Schweizer Investorengruppe übernommen. Mannheim ist bis heute operative Zentrale geblieben. Produziert wird allerdings ausschließlich in osteuropäischen Ländern.

Ausflug zu Quartieren der Arbeiter

Mannheimer Morgen

Verein Industriekultur startet Bustour

Auf dem Programm: die Siedlung von Bopp & Reuther in der Waldstraße. BILD: ZG

Zu einem Ausflug in die proletarischen Wohnwelten vergangener Zeiten im Mannheimer Norden lädt der Verein Rhein-Neckar-Industriekultur am Samstag, 22. Oktober, ein. Bei der Bustour zu den geschichtsträchtigen Orten werden sieben Quartiere angesteuert. Erklärungen gibt die Denkmalpflegerin der Stadt, Dr. Monika Ryll.

Die Siedlungen wurden zwischen 1865 und 1920 von Industriebetrieben wie Drais, Bopp & Reuther, der Jute-, Papyrus-, Zellstoff- und Spiegelfabrik als Werkswohnungen errichtet, die Stadt baute die Gaswerksiedlung. Die Behausungen wurden nicht nur in verschiedenen Stilrichtungen ausgeführt, sondern sind auch in ihrer Anlage unterschiedlich: Vom Typ „Kasernen” über „gediegene Backstein-Stadthäuser”, „Reihenhaus-Kolonie” bis „ländliche Idylle” ist alles vertreten.

Sie waren zu ihrer Entstehungszeit Ausdruck unternehmerischer Fürsorge für die Wohn- und Lebensverhältnisse der Arbeiterschaft – zumindest eines Teils der Belegschaften. Die Wohnungsnot war so drückend, dass in den Siedlungen nur sieben Prozent der gesamten Mannheimer Arbeiterschaft Unterkunft fand.

Siedlungen mit Geschichte 

Viele der Werke, zu denen die Wohnungen gehörten, existieren heute nicht mehr. Die Siedlungen – oft auch nur ein Rest – sind nun meist in privater Hand, häufig denkmalgeschützt und teilweise mit hohem Standard renoviert.

Die Busfahrt mit vielen Zwischenstopps dauert dreieinhalb Stunden. Tickets zu zwölf Euro gibt es ab sofort bei der TouristInfo in Mannheim, Willy Brandt-Platz 3 beim Hauptbahnhof. Abfahrt ist am 22. Oktober, 14 Uhr, am Collini-Center (Neckarseite). Red

Neun Gaslaternen leuchten

Mannheimer Morgen

Einstimmiger Beschluss zur Umrüstung von 142 alten Straßenlampen auf eine energieeffiziente Stadt­beleuchtung

Mit neun alten Gaslaternen und neun elektrifizierten, neuen Leuchten in historischer Form soll die denkmalgeschützte Käfertaler Reihersiedlung neu erstrahlen. BILD: PROSSWITZ

Bis kurz vor der Sitzung des Gemeinderates wurde noch heftig verhandelt. Dann waren sich alle einig: Mannheim behält neun der alten Gaslaternen in der Reiherstraße in Käfertal. Auf dem Reiherplatz werden außerdem neun elektrifizierte Lampen in historischer Form installiert, das Ensemble der denkmalgeschützten Reihersiedlung soll so in seiner jetzigen Form erhalten bleiben.

142 andere alte Straßenleuchten im Stadtgebiet werden ebenfalls künftig elektrisch betrieben, sollen aber möglichst auch ihr Aussehen mit der historischen Mastform behalten. Damit ist nach einer monatelangen Diskussion zwischen Stadtverwaltung, Gemeinderat, Bezirksbeiräten sowie zahlreichen Bürgern in den betroffenen Stadtteilen eine politische Entscheidung gefallen.