Presse

Auf den Spuren alter Industrie

Interessante Führung durch die Speyerer Industriegeschichte

VON CHRISTOPH SCHENNEN

Zum ersten Mal findet in der Rhein-Neckar-Region die Woche der Industriekultur statt. Veranstalter ist der Verein Rhein-Neckar-Industriekultur. Eine der vier gestrigen Veranstaltungen führte an Industriebauten Interessierte durch die Industriegeschichte der Stadt Speyer. Wir waren mit dabei.

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Albert Gieseler und Barbara Ritter begrüßten mehr als 30 Teilnehmer vor der ehemaligen Baumwollspinnerei, wo die fünfstundige Tour begann. Dr. Ludger Tekampe vom Historischen Museum der Pfalz führte die Kulturinteressierten in das Lager des Historischen Museum, das das langgezogene Industriegebäudes nutzt, um seinen Besitz dort zu lagern.

Die Baumwollspinnerei wurde 1889 bis 1890 gebaut. Im Umfeld der Spinnerei entstanden eine Direktorenvilla und Kohlebunker, die aber ebenso wie die Schornsteine abgerissen wurden. Die beiden großen Rauchableiter wurden 1959 abgerissen.

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Erzählcafé „3 Glocken”

Fotos Stadt Weinheim

3-Glocken Erzählcafé - Veranstaltung bei den Tagen der Industriekultur

Nudeltalk im 3 Glocken Center am Donnerstag, 27. August, um 17 Uhr. Moderator ist kein Geringerer als der ehemalige SWR-Auslandsjournalist Veit Lennartz.

Auf dem Podium sitzen neben Center-Chef Michael Rihm ehemalige Mitarbeiter der 2006 stillgelegten Nudelfabrik. Darunter der Ex-Betriebsleiter. Im Publikum waren etwa 20 frühere Mitarbeiter der „Nudel”. In den 1990ern waren die Teigprodukte aus Weinheim die wohl bekanntesten im Land.

Zum Fotoalbum von Gunnar Fuchs

Auf den Spuren der Weinheimer Industriealisierung

Wissenwertes über Bahnhof, Badenia und Co.

(csk). Über 100 Interessierte standen vor dem Bahnhof. Eine Resonanz mit der Stadtarchivarin Andrea Rößler nicht gerechnet hatte. Freudige Überraschung lag auf ihrem Gesicht, als sie das Informationsmaterial unter den Anwesenden verteilte. Enthalten war viel Wissenswertes über die Geschichte der Industrie Weinheims.

Stadtarchivarin Andrea Rößler führte zusammen mit Silvia Wagner und Jürgen Herrmann entlang der Industrialisierung Weinheims. Fotos: csk„Die Industrialisierung Weinheims war auch möglich, weil in Weinheim sehr niedrige Löhne gezahlt wurden“, erklärte Andrea Rößler, die gemeinsam mit ihrer Mitarbeiterin Silvia Wagner und Jürgen Herrmann, Verein Rhein-Neckar-Industriekultur, die Führung leitete. Doch nicht nur die Löhne, auch der Bahnhof war ausschlaggebend für den Aufstieg Weinheims zur Industriestadt. Mit seinem Bau 1846 wurde Weinheim an das modernste Verkehrsnetz angeschlossen und aufgrund der Transportwege attraktiv. Da, wo sich noch grüne Wiese befand, wurden Firmen gegründet, Gebäude gebaut. Auch Wilhelm Platz zog es in die Stadt. Er baute 1884 eine neue Fabrik für sein 1834 gegründetes Unternehmen. Der Name: Badenia. 4.500 Tonnen Eisen wurden hier pro Jahr verbraucht zur Herstellung von etwa Dampfkesseln oder auch Landmaschinen.

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„Tage der Industriekultur” mit einer Reise in eine längst vergangene Zeit

Veranstaltungsreihe „Tage der Industriekultur” blickte hinter die Kulissen des Alten Klärwerks auf der Friesenheimer Insel

Foto: GeroldNoch bis 1973 war die Anlage in Betrieb, erklärte Rüdiger Krenkel bei der Besichtigung des alten Abwasserkanals. Der Künstler, der seit 2007 hier arbeitet und lebt, übernahm als Kenner des Alten Klärwerks die Führung der rund 30 Besucher. Foto: Gerold

Von Gerhard Bühler

Betritt man das große Gelände, fühlt man sich sofort in eine andere Zeit versetzt. Das alte Wärterhaus im Stil der norddeutschen Backsteingotik steht noch genauso da, wie es um 1900 gebaut wurde. Ein paar Schritte weiter in der grünen Parkanlage überrascht ein großes Backsteingebäude im gleichen Stil, das mit seinem Giebel und Bauformen eher an eine Kirche erinnert.

Zu einem Entdeckerprogramm der besonderen Art lud am Samstagabend der Verein Rhein-Neckar-Industriekultur: In das Alte Klärwerk auf der Friesenheimer Insel. Am Treffpunkt der Führung in der Diffenéstraße 29 ist, außer einem Tor mit Bäumen und Büschen, von der Straße aus nicht viel vom Alten Klärwerk zu sehen.

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Eine „Burg” aus Klinkern

Besichtigung der ehemaligen „Großeinkaufsgenossenschaft deutscher Konsumvereine“ GEG

Bild HaasVon unserem Mitarbeiter Bernhard Haas

Einst wurden hier Getreide gemahlen oder Teigwaren und das im Volksmund als „Muckefuck“ bekannte kaffeeähnliche Getränk hergestellt, das etwa als Caro-Kaffee in den Handel gebracht wurde. Beim Spaziergang über das Gelände der „Großeinkaufsgesellschaft deutscher Konsumvereine“ GEG werden beim einen oder anderen Teilnehmer der Besichtigungstour im Rahmen der „Tage der Industriekultur Erinnerungen an die eigene Kindheit wach.

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Ein Klärwerk als Kulisse für Kunstobjekte

Die „Tage der Industriekultur“ bieten seltene Einblicke – 40 verschiedene Programmpunkte bis 1. September

Zu einem Entdeckerprogramm der besonderen Art lädt der Verein Rhein-Neckar-Industriekultur noch bis zum 1. September ein. Geboten werden zahlreiche interessante Veranstaltungen, darunter Betriebsbesichtigungen, Vorträge, Exkursionen zu Industriedenkmälern und Bootstouren durch den Hafen. Einen Besuch wert ist in Mannheim das Alte Klärwerk auf der Friesenheimer Insel.

Am Treffpunkt der Führung in der Diffenéstraße 29 ist außer einem Tor mit Bäumen und Büschen von der Straße aus nicht viel zu sehen. Betritt man jedoch das große Gelände, fühlt man sich sofort in eine andere Zeit versetzt. Das alte Wärterhaus im Stil der norddeutschen Backsteingotik steht noch genauso da, wie es um 1900 gebaut wurde. Ein paar Schritte weiter in der grünen Parkanlage überrascht ein großes Backsteingebäude im gleichen Stil, das mit seinem Giebel und Bauformen eher an eine Kirche erinnert. Kaum zu glauben, dass es sein Zweck war, die bei Hochwasser zum Einsatz kommenden Pumpen und Elektromotoren zu beherbergen. Für den Entwurf und Bau der Anlage war kein Geringerer als der aus Stettin stammende Architekt und Stadtbaumeister Richard Perrey verantwortlich, der auch das Herschelbad und die Luzenbergschule schuf.

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Auf den Spuren der Industriegeschichte

Privatbrauerei Mayer in Oggersheim darf besichtigt werden. ARCHIVFOTO: KUNZErstmals wird in der Rhein-Neckar-Region eine Woche der Industriekultur veranstaltet – Vorträge und Betriebsbesichtigungen bieten viele Informationen

Erstmals veranstaltet der Verein Rhein-Neckar-Industriekultur in der Region eine Woche der Industriekultur. Mit 40 Veranstaltungen in Mannheim, Ludwigshafen, Speyer, Heidelberg und Weinheim sind die letzten Augusttage prall gefüllt. Die Teilnehmer erwarten neben Vorträgen und Lesungen auch Schiffsausflüge, Radtouren, Betriebsbesichtigungen und Spaziergänge zu Industriedenkmälern. Im Rhein-Main-Gebiet gibt es solche Tage der Industriekultur schon seit zwölf Jahren, berichtete die Vereinsvorsitzende Barbara Ritter. Auch aus Chemnitz und dem Ruhrgebiet seien sie bekannt. Der in Mannheim ansässige Verein mit seinen 20 ehrenamtlichen Aktiven habe sich daher vorgenommen, zu zeigen, „was die Region an Schätzen hat“, sagte Barbara Ritter. „Dazu gehören nicht nur Burgen, Klöster und Schlösser.“

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Von Sixty-Straßenbahn bis Charly Chaplin

Erste Woche der Industriekultur im Rhein-Neckar-Delta vom 21. August bis 1. September

Vom 21. August bis 1. September wird an elf Tagen ein spannendes und abwechslungsreiches Programm im Rahmen der ersten Tage der Industriekultur im Rhein-Neckar-Delta geboten. Betriebsbesichtigungen, Vorträge, Exkursionen und Bootstouren sind unter den über 40 Veranstaltungen zu finden. Ehemalige Mitarbeiter von 3 Glocken in Weinheim erzählen über ihr Nudel-Werk, in Speyer erfahren Interessierte, dass die Industriestraße direkt am Domplatz beginnt und in Heidelberg wird gezeigt, dass es außer dem universitären Leben auch noch ein Leben in der Fabrik gab. Die Schwerpunkte der Veranstaltungen, die der Verein Rhein-Neckar-Industriekultur organisiert, sind in Mannheim und Ludwigshafen. Die Besucher können mit der alten Sixty-Straßenbahn durch die Städte fahren, durch die Häfen radeln und Nora Noé zuhören, wenn sie in einem Hinterhof aus ihren Romanen liest. Das kleine elektronische Weltorchester ewo2 spielt in einer ehemaligen Verpackungshalle Arbeiterlieder, die Kunsthalle zeigt Industriebilder und Charly Chaplin begeistert mit seinem Stummfilm „Moderne Zeiten“. Der letzte Schleusenwärter berichtet im Gartenlokal über seine verantwortungsvolle Arbeit, Kunst und Natur kann im Alten Klärwerk erlebt werden und es wird an die heftigen Arbeitskämpfe in den 60er Jahren erinnert.
www.rhein-neckar-industriekultur.de

Die Hüterin der Häuser

Die Hüterin der Häuser - Hilde SeibertAls Gewerkschaftssekretärin war Hilde Seibert jahrelang in den Fabriken am Mannheimer Hafen aktiv. Heute kämpft sie mit dem Verein Industriekultur Rhein-Neckar für ihren Erhalt – und erzählt ihre Geschichte.

Eine Pyramide aus dem Barock und daneben: Autowerkstätten. Brackiges Hafenwasser. Industrielärm. Wer zum astronomischen Messpunkt des Kurfürsten Carl Theodor will, muss sich erst an einer Fabrikmauer vorbeidrücken. Nur wenige Zentimeter bleiben dem Obelisken und seinen Besuchern, denn der Grünstreifen, auf dem er steht, ist schmal und die Uferböschung bis ins Kaiser-Wilhelm-Becken steil. Ohne Hilde Seibert hätte man den Trampelpfad bis hierher nie gefunden. Und ohne sie diese Pyramide aus Sandstein wohl auch nicht erreicht. „Ich rede mit den Menschen“, sagt die 68-Jährige und lächelt. So als sei es ganz einfach, Hafenarbeiter und Unternehmer davon zu überzeugen, regelmäßig Besucher auf ihre Grundstücke zu lassen. Aber sie tun es, sogar gerne...

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http://wosonst.eu/die-hueterin-der-haeuser/

Bootsausflug in die Vergangenheit

150 Interessierte auf einer Tour durch die Mannheimer Industriegeschichte – Baudenkmäler faszinieren

Von Volker Endres

Mannheim. Der Hafen ist die Keimzelle der Stadt Mannheim. Von hier aus erfolgte die Initialzündung für das wirtschaftliche Wachstum und die Bevölkerungsentwicklung. Gemeinsam mit 150 Interessierten hat sich der Verein Rhein-Neckar Industriekultur am Samstag per Schiff auf Spurensuche in die Gründerzeit begeben.

„Es geht uns vor allem um die Schönheit und die Faszination von Industriebauten“, berichtet Barbara Ritter, die mit ihrer Kollegin Kristina Kühn durch die knapp zweieinhalb stündige Bootsfahrt führt. Eine Faszination, wie sie vor allem die Backsteinklinker-Fassaden der traditionellen Mühlengebäude im Industriehafen ausstrahlen, aber die auch von den Wassertürmen in den Traditionsbetrieben ausgeht, die seit über 100 Jahren Brände bekämpfen. „Es gibt in Mannheim nicht nur den großen, sondern über 50 Wassertürme“, sagt Kühn.

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